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Kultur, Geschichte und Sport
Die Ureinwohner La Palmas, die so genannten Guanchen, stammen vermutlich von aus Nordafrika eingewanderten Berbern ab
Sie siedelten sich in der jüngeren Steinzeit an und blieben auch entwicklungsgeschichtlich lange in dieser Epoche. Die Guanchen waren in verschiedenen Clans organisiert, die die Insel unter sich aufteilten.

Der altkanarische Name von La Palma war Benahoare. Die Sprache der Guanchen, das Guanche, wurde nach der spanischen Eroberung etwa im 16. Jahrhundert unterdrückt. Bis auf wenige Worte, die im heutigen kanarischen Dialekt erhalten geblieben sind, ist von der Sprache der Ureinwohner kaum etwas überliefert.
            Von der Kultur der Guanchen ist ebenfalls wenig erhalten geblieben. Auch wenn es kaum große Schlachten zwischen der Urbevölkerung und den spanischen Eroberern gab und die kanarische Inselbevölkerung auch noch nach der Conquista in der Überzahl war, wurde sie gezwungen, sich mit ihrer Kultur den neuen Siedlern zu unterwerfen.

Die zahlreichen Reste ihrer Steinzeit-Kultur sind heute eine Attraktion der Insel: Wohnhöhlen, Grabstätten, Steinwerkzeuge und die Petroglyphen – seltsame, komplexe Steinritzungen mit weitgehend unbekannter Bedeutung. Bemerkenswert sind auch die aus Stein gepflasterten Königswege, welche die gesamte Insel überziehen und die verschiedenen Regionen, die ehemaligen Stammesgebiete, verbinden.

Die Kanarischen Inseln waren vermutlich schon im Altertum phönizischen Seefahrern bekannt.

Ihre Eroberung stellte sich jedoch als langwierig heraus. Erste Europäer gelangten im 13. Jahrhundert auf die Kanaren, unter ihnen auch der Genuese Lancelotto Malocello. Als im Jahr 1447 der berüchtigte kastilische Graf Hernán Peraza eine Flotte mit drei Schiffen und 500 Kämpfern auf die bis dahin als unbezwingbar geltende Insel schickte, war auch ihm kein Glück beschert.
            Bei blutigen Kämpfen mit den Insulanern verloren die Spanier erneut, bis am 29. September 1492 der auf Gran Canaria beheimatete General Alonso Fernández de Lugo mit einer Streitmacht von 900 Mann in der Nähe von Tazacorte landete. Durch eine List machte er sich die Fürsten der Guanchen zu Verbündeten und sie traten mit ihren Untertanen zum Christentum über.

Nur im Gebiet der Caldera de Taburiente, die dem berühmten Guanchenhäuptling Tanausú unterstand, widersetzte man sich bis zuletzt den Eroberern.
            De Lugo konnte Tanausú schließlich durch eine Lüge gefangen nehmen und schickte ihn der kastilischen Krone zum Beweis seiner Eroberung als Gefangener auf einem Schiff, auf dem dieser sich jedoch angesichts der erlittenen Schande durch einen Hungerstreik das Leben nahm – was ihn auf La Palma zu einem Helden machte.
            Am „Tag der Erhebung des Heiligen Kreuzes“, dem 3. Mai 1493, gründete de Lugo an der ehemaligen altkanarischen Siedlung Apunyon die heutige Stadt Santa Cruz de La Palma.

Trotz eines päpstlichen Erlasses in dem die Kanarier zu „freien Leuten“ erklärt wurden und der den Menschenhandel auf den Inseln verbot, endete ein Großteil der Guanchen in der Sklaverei.
            Schätzungen zufolge blieben nur rund 300 Familien (1.200 Menschen) von diesem Schicksal verschont. Diese Palmeros ließen sich nach und nach taufen und vermischten sich, nachdem sie ab 1514 den Spaniern rechtlich gleichgestellt worden waren, rasch mit den Eroberern und den ihn folgenden Einwanderern aus Frankreich und Portugal.
            Besonders in den traditionellen Festen und den Heiligenverehrungen lebt die Kultur und Tradition der Ureinwohner La Palmas fort.


Feste und Feiertage auf La Palma
Los Reyes 05. / 06. Januar
Heilige Drei Könige: Am 6. Januar bekommen die Kinder auf La Palma ihre Geschenke. Am Vorabend prozessieren die Heiligen drei Könige auf Kamel und Elefant durch Los Llanos und Santa Cruz und verteilen Bonbons.

El Almendro en Flor Februar
Weil in Puntagorda die Mandelblüte besonders schön ist, gibt es seit 1977 jedes Jahr im Januar oder Februar ein Mandelblütenfest mit Trachten, Tanz, Kunsthandwerk, Tea-Wein und Mandelprodukten. Mehr zur Mandel ...

Dia de los Indianos Rosenmontag
In Santa Cruz de La Palma empfängt eine kuriose Puderschlacht die Indianos – die Heimkehrer aus Amerika mit ihren Papageienkäfigen und Schrankkoffern, riesigen Havannas, Sklaven, dicken Uhrketten und espejuelos (Brillen mit kleinen, runden Gläsern). Mehr zum Karneval lesen Sie hier ...

Fiesta de la Cruz 02. / 03. Mai
Tag des Kreuzes: Hunderte von Kreuzen auf der ganzen Insel, die Wegkreuzungen kennzeichnen oder Berge krönen, werden am Vorabend des 3. Mai mit Stoff oder Papier überzogen und mit Blumen und Kerzen geschmückt. Ihnen zur Ehre krachen die Böller und Raketen. Im Museo de la Fiesta de La Cruz in San Pedro gibt es eine Daueraustellung über das beliebte Fest. Mehr zum Día de la Cruz lesen Sie hier ...

Día de Canarias 30. Mai
Tag der Kanarischen Unabhängigkeit. Dazu finden an mehreren Orten Feierlichkeiten statt, u. a. eine Regatta von Tazacorte nach Puerto Naos und zurück; hier finden Sie Fotos ...

Bajada de la Virgen
Die Jungfrau des Schnees (Virgen de las Nieves) wurde 1534 zur Schutzheiligen der Insel ernannt. In Santa Cruz wird der berühmte „Tanz der Zwerge" (Danza de los Enanos) aufgeführt. Die Prozession, bei der die Marienfigur aus Terracotta durch die Stadt getragen wird, findet seit 1680 alle fünf Jahre statt.
Mehr zur Bajada de la Virgen lesen Sie hier ...

Fiesta de La Patrona de Los Llanos de Aridane Juni - Juli
Mehre Wochen feiert man im Sommer die Schutzheilige von Los Llanos. Das bedeutet Messen, Strassenfeste mit Live-Musik bis spät in die Nacht hinein, eine Buchmesse, klassische und südamerikanische Musik, die Wahl der Königin und noch viel mehr. Ebenso gefeiert wird der sehr beliebte "Día Typica": an diesem Samstag leihen sich sehr viele Llanesen Trachten aus und treffen sich, um ein "bäuerliches Fest" zu feiern.
            Aus der ganzen Region wird das prächtigste Vieh in die Stadt gebracht, um es dort begutachten zu lassen; Nachbarschaftsvereine kochen regionale Spezialitäten, wie z.B. "Ropa Vieja" (Fleisch mit Kichererbsen) und "cocido Canario" (köstlicher Eintopf mit Schweine-, Rind-, und Hühnerfleisch, Kürbis, Zucchini und vielem anderen Gemüse). Dieses Essen und der hiesige Wein werden gratis verteilt und anschliessend zieht der in Trachten gewandete Festzug durch die Stadt.
            Ein Ereigniss, auf das die Llanesen sehr stolz sind, und das man nicht missen sollte!

San Antonio del Monte 13. Juni
Der Heilige Antonius in Garafía segnet das Vieh im Rahmen eines großen Viehmarkts. Mehr Information zur Fiesta de San Antonio gibt es hier.

Ntra. Sra. de Carmen Juli
Die Schutzpatronin der Fischer wird mit einer Messe und Fiesta in fast allen, am Wasser liegenden, Ortschaften (Tazacorte, Puerto Naos, El Remo) gefeiert.

Santiago 25. Juli
Heiliger Jakobus

Virgen de las Nieves 05. August
Die Hl. Jungfrau vom Schnee ist die Inselpatronin

Fiestas trienales en Honor de Nuestra Señora de la Virgen del Pino El Paso August
Mehr Information zum Ereignis gibt es hier.

Mauros y Cristianos August
Mauren und Christen: Mehr Information zum Ereignis gibt es hier.

Maria Asunción 15. August
Mariä Himmelfahrt

Fiesta del diablo September
Teufelsfest in Tijarafe. Mehr zum Teufelsfest lesen Sie hier ...

San Miguel Arcangelo 29. September
Hl. Erzengel Michael in Tazacorte: Großes künstlerisches Fest mit interessanten, gebastelten Pferden, den fufos.

Día de la Hispanidad 12. Oktober
Spanischer Nationalfeiertag, gefeiert wird die Conquista. Der Feiertag wird "Día de la raza" in Amerika genannt.

Todos los Santos 01. November
Allerheiligen

San Martín 11. November
Martinstag: Verköstigung von dem neuen Wein zusammen mit Kastanien und Speck in vielen Bodegas.

Día de la Constitución Verfassungstag 06. Dezember
1978 wurde die aktuelle Spanische Verfassung durch eine Volksabstimmung bestätigt.

Día de la Inmaculada Concepción 08. Dezember
Tag der unbefleckten Empfängnis


Sport
Beliebteste Sportart ist auch auf den kanarischen Inseln der Fußball.
Pepe Gonçalves wurde 1894 geboren und gilt als der Begründer des kanarischen Fußballs. Von seinem Vater zum Studieren nach England geschickt, gründete er nach seiner Rückkehr auf Gran Canaria den Unión Sporting Club.
            Seitdem ist auch auf den kanarischen Inseln Fußball die beliebteste Sportart. Das Team der Hauptstadt Teneriffa spielte sogar zwischenzeitlich erstklassig, die erfolgreichste Mannschaft La Palmas, CD Mensajero aus Santa Cruz, spielt wie weitere Mannschaften die Insel in der Regionalliga.

Die wohl älteste kanarische Sportart ist der Lucha Canaria, der sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut.
Obwohl es ihn schon seit dem 15. Jahrhundert gibt, wurde der kanarische Ringkampf erst im Jahr 2009 als offizielle spanische Sportart anerkannt.
            Bei dem Kampf handelt es sich um eine Art Wrestling, bei der zwei Kämpfer barfuss in einer runden Arena aus Sand gegeneinander antreten. Dabei sind nahezu alle aggressiven Handlungen verboten, lediglich Schieben, Drücken und Schleudern sind erlaubt. Es gibt keine Gewichtsklassen und der Sieger wird am Ende durch Punkte ermittelt.

Eine weitere beliebte, traditionelle Sportart der kanarischen Inseln ist der salto del pastor, der Hirtensprung.
Dabei werden mittels einer Lanze (auch „Knüppel“ genannt) Höhenunterschiede und Mauern überwunden, wobei mit den Sprüngen sogar Figuren ausgeführt werden. Dies diente ursprünglich mal der Fortbewegung in unwegsamem Gelände und ist nicht ganz ungefährlich.

Die natürlichen Bedingungen machen La Palma darüber hinaus zu einem Paradies für Bergwanderer.
So haben sich mittlerweile mehrere jährliche Wettbewerbe etabliert, der bekannteste von ihnen ist der Cross-Marathon Transvulcania.
            Auch Mountainbiking, Tauchen und Paragliding sind aufgrund der hervorragenden Bedingungen ebenfalls beliebte Sportarten. Für Anfänger werden auch regelmäßige Lehrgänge angeboten.
 
 
 
 
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