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Da war doch noch was… / "Más Nunca" - niemals wieder |
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Montag 20.02.2012 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe, Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1022 hPa |
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Immer noch beschäftigen uns, mehr die indirekten Folgen, als das Feuer selbst, die Vorgänge um den großen Brand im August 2009 im Süden der Insel. - Die Schäden des Feuers sind kaum noch zu sehen, man muss schon wissen, wo man hingucken soll, oder eben den Unterschied im Wuchs einer Kiefer kennen, die schon mal gebrannt hat, und eben dem Gegenstück, welches noch nie vom Feuer berührt wurde. - Ein Besucher wird die direkten Folgen des Feuers nicht mehr sehen können, vielleicht eher noch die Schäden, welche dann im Winter durch die starken Regenfälle hervorgerufen wurden, die Vegetation fehlte halt und so konnte das Wasser an vielen Stellen das ungeschützte Erdreich und den Lavagrus dort im Süden einfach wegspülen. - Die Schäden durch die Erosion sind viel größer als die Schäden durch das Feuer, allerdings ist eben solch ein Feuer natürlich viel eindrucksvoller und bleibt auch eher in der Erinnerung der Menschen fest verhaftet. - Noch hat kein weiterer Starkregen im Süden die in den letzten beiden Jahren getroffenen Maßnahmen zum Schutz gegen weitere Erosion dort geprüft, wir können also nur hoffen, alles richtig gemacht zu haben, und da nun ja auch die Vegetation bereits wieder mitarbeitet gegen den Feind Nummer Eins der Insel, die Bodenerosion, blicken wir zuversichtlich in die Zukunft. - Viele Aufreger aus den Tagen des großen Feuers und danach sind auch nicht mehr wirklich präsent, manches vergisst man und wenn die Presse uns nicht andauernd das Thema wieder aufwärmt, erlischt natürlich jegliches Interesse daran. - So konnten wir auch erst durch vor kurzem erfahren, (Dank des journalistischen Gewissens des Mikel Chacón) dass die Befragung der drei Beschuldigten, welchen man den ganzen Schlamassel anhängen will, immer noch nicht abgeschlossen ist, und das Gericht weiter untersucht, zu einer Anklage wegen fahrlässiger Brandstiftung ist es also bis heute nicht gekommen. - Was auch noch nicht geklärt ist, das ist der \"Spendenskandal\", wenn man das mal so nennen will, denn immer noch schmoren über 40.000 Euro auf einem Konto bei der Caja Canaria, welche eigentlich als Spenden an die Geschädigten des Brandes aus dem Jahr 2009 fließen sollten.
Wir erinnern uns. - Gleich nach dem Feuer bot eine Hilfsorganisation aus Gran Canaria, \"Más Nunca\" genannt, den Geschädigten aus Fuencaliente und Mazo ihre Hilfe an, man habe Erfahrung um Umgang mit den Behörden nach solchen Brandkatastrophen, da zwei Jahre zuvor große Feuer auch die Insel Gran Canaria heimgesucht hätten, und wolle diese Erfahrung zur Verfügung stellen. - Das ist natürlich ein treffliches Angebot, in Fuencaliente hatte man keine wirklichen Erfahrungen um Umgang mit einer solchen Katastrophe und schnell gründete man eine \"Außenstelle\" der Organisation \"Más Nunca\" auch hier auf La Palma. - Lokale Kräfte begannen also für diesen Verein zu arbeiten und sich auch dafür einzusetzen, ohne allerdings die Statuten des Vereins wirklich verinnerlicht zu haben, und dementsprechend hat man sich auch nicht wirklich nach außen hin klar und deutlich artikuliert. - Der Verein kümmert sich nämlich ausschließlich darum, den Geschädigten im Umgang mit den Behörden und den Versicherungen zu helfen, und Spenden werden ausschließlich dazu benutzt, Rechtsanwälte und andere Beratungen zu bezahlen, nicht aber den Geschädigten direkte Hilfsgelder zu übergeben. - Missverständnis oder einfach nicht richtig zugehört, oder auch ein Hauch von krimineller Energie aus der Gelegenheit heraus, das werden wir natürlich nicht klären können, aber irgendetwas ist da sehr falsch, mindestens aber unglücklich gelaufen. - In der Zeit nach dem großen Feuer war die Solidaritätswelle mit den Geschädigten recht groß, und es gab mehrere Spendenkonten, auf die man Gelder einzahlen konnte. - Unter anderem machte eben auch das Spendenkonto der Organisation \"Más Nunca\" die Runde, und weil man eben die Menschen die dafür lokal in Fuencaliente standen kannte, überwiesen viele Einzelhelfer aber eben auch Clubs und Organisationen Geld auf dieses Konto. - 88.000 Euro gingen dort in kürzester Zeit ein, und erst als man die ersten Tranchen auszahlen wollte, stieß man auf das Missverständnis, dass man eben diese Gelder nicht direkt an die Geschädigten auszahlen durfte, sonder nur für eventuelle Rechtsberatungen. - Die Vorstände hier auf La Palma, aber eben auch der Präsident der Organisation auf Gran Canaria mussten die Schecks unterschreiben, und dazu kam es nie, weil man eben seitens Gran Canarias die Schecks nicht unterschreiben wollte. - Das ging Monate lang so, die lokalen Mitarbeiter der Organisation hier auf der Insel waren längst sauer auf \"Más Nunca\" und den beiden Hauptspendern, dem Rathaus von Los Llanos (23.000 Euro) und der Fußballclub CD Tenrife (22.000 Euro) gelang es schließlich ihre eingezahlten Gelder auf dem Rechtsweg wieder einzuklagen, aber es liegen weiterhin über 40.000 Euro auf diesem Konto, auf welches nun aber die Organisation \"Más Nunca\" auch nicht mehr zugreifen kann, da das Gericht die Finger auf dem Konto hat. - Die Organisation \"Más Nunca\" hat nun auch nicht mehr versucht, auf dieses Geld zuzugreifen, dennoch ist es immer noch nicht gelungen, diese Gelder wirklich den Geschädigten aus dem Jahr 2009 zu übergeben. - Mal sehen, wie lange es noch dauert, dieses Geld wieder zur Verfügung zu haben und inzwischen weiß man ja auch gar nicht mehr, wem man das Geld in die Hand drücken soll. - Die Caritas wird das Geld wohl irgendwann bekommen, allerdings wissen wir nicht, wann das sein wird, noch vor, oder erst nach dem nächsten Feuer…
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Heute sind die Kinder dran / Kleine Auszeit für die Leber |
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Sonntag 19.02.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe, Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 25 % - Luftdruck 1020 hPa |
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Fast möchte man meinen, heute sei ein stiller Tag im Karneval auf La Palma, aber wir dürfen uns nach der angenehmen Stille des Vormittags nicht täuschen lassen, von nun an geht es ohne echte Pause weiter bis nächstes Wochenende. - Ihr Fragezeichen, am Mittwoch sei doch alles vorbei, lasse ich gelten, aber wir kennen hier keinen Aschermittwoch, bei uns geht der Karneval so lange wie wir stehen können, und das können wir mindestens bis nächstes Wochenende. - In manchen Gemeinden geht der Karneval sogar noch länger, meist endet das mit dem Verbrennen und/oder der Beerdigung der Sardine in Los Sauces und Barlovento, wir machen da unseren eigenen Fahrplan, und auf jeden Fall verkürzen wir uns die Fastenzeit deutlich, also so ganz anders als sonst wo im katholischen Umfeld. - Das mit dem Fasten, das haben wir hier sowieso nie so wirklich ernst genommen, Freitag kein Fleisch, echte Fastenzeit, da \"Fastet\" man sich hier an den Kopf, und langt noch mal ordentlich in den Fleischtopf. - In Los Llanos hat man nun die beiden ersten heftigen Tage und Nächte hinter sich gebracht und muss sich nun unbedingt heute schonen, damit man morgen für den Ausflug in die Hauptstadt gerüstet ist, denn trotz aller großen Sausen in Los Llanos gilt eben doch der Straßenkarneval morgen in der Hauptstadt wohl als Karnevalshöhepunkt der ganzen Insel. - Das muss man schon klar sagen, auch wenn Los Llanos mehr Nächte feiert als die Hauptstadt, um den \"Día de los Indianos\" kommt kein Karnevalist hier herum, und wenn er liegend dorthin transportiert werden muss. - Heute sind also, sowohl in Santa Cruz, wie auch in Los Llanos die Kinder dran, und manch ein Vater, wie auch manche Mutter muss sich dabei von den Großeltern heute vertreten lassen, der Geist ist willig, die geistigen Getränke aber stärker gewesen und kurz vor der großen Woche langt man eben heute mit einer kleinen Auszeit zu. - Die Schulen sind kommende Woche auch alle zu, manche nur Montag und Dienstag, andere die ganze Woche, unsere Kinder müssen am Freitag \"kurz mal nachsehen\", ob denn noch alle Lehrer den Karneval bislang überlebt haben, oder ob bereits mit den ersten Ehrenopfern gerechnet werden muss. - Bei Ehrenopfer fällt mir gleich Ehrensold ein, und mein ganzes Mitleid gilt Herrn Wulff --- ach Quatsch, mein Mitleid gilt natürlich all den fleißigen Wagenbauern in den deutschen Karnevalshochburgen, die sich den klebrigen Christian vorgenommen hatten, und nun aber bereits den flüchtigen Christian vorgesetzt bekommen haben. - Vier Wochen vor Rosenmontag sollten Rücktritte und Fehltritte auf jeden Fall verboten werden, man kann ja sonst keine ordentlichen Wagen mehr bauen. - Was bitte soll denn das für ein Bundespräsident sein, der auch noch den Rosenmontagszug vergeigt…
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Sehr geehrter unbekannter Kreuzfahrer / schreiben Sie uns bitte einen Einkaufszettel |
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Sonntag 19.02.2012 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe, Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1020 hPa |
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Stolz wie Oscarinchen sind wir über die vielen Kreuzfahrtschiffe, welche bei uns in der Wintersaison anlegen, jedes Jahr werden es ein paar mehr und so viele Schiffe und Besucher können doch nicht irren. - Das mit dem Irren (ja, ist doppeldeutig) sollte man wohl auch dem Kapitän der Costa Concordia noch mal fragen, wobei der Besuch des Schiffes auf (ist eigentlich eindeutig) der kleinen Insel Giglio doch dafür gesorgt hat, dass der lokale Einzelhandel sowie die Hotelerie und die Gastronomie dort noch niemals zuvor solche guten Zahlen geschrieben haben. - Nun sollte man sich als Insel allerdings nicht wünschen, dass man durch die \"Kreuzfahrerei\" nur dann Geld verdienen kann, wenn man solch einen Riesen auflaufen lässt, es muss auch andere, bessere und moralisch interessantere Möglichkeiten geben. - Gibt es natürlich auch, allerdings jammern unsere lokalen Einzelhändler immer noch herum, dass die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe auf Tenerife oder Gran Canaria das Doppelte, oder gar mehr als das an Geld ausgeben, als in unserer Hauptstadt und ich muss den Gewerbetreibenden der Santa Cruz natürlich so weit Recht geben wenn sie anmerken, wir wollen doch alle nur das Bester (eigentlich eindeutig) der Kreuzfahrer. - Dabei muss man aber auch mal vorausschicken, dass La Palma eigentlich sehr zufrieden sein sollte mit den Besuchern der Kreuzfahrtschiffe, denn für fast keine andere Insel oder Ziel der winterlichen Mittelmeer- und Kanarentour werden so viele Ausflüge angeboten, wie das für La Palma der Fall ist. - Das sieht man auch, wenn die klimatisierten Busse über die Insel gekarrt werden und emsige Führer bemüht sind, unsere Landschaft, aber auch unsere Lebensweise und Attraktionen in Kompaktform an mehr oder weniger interessierte Reisende gebracht werden. - Die meisten sind wohl interessiert, sonst würden die ja nicht die, zum Teil gar nicht billigen Ausflüge mitmachen, und eine bessere Möglichkeit für unsere Insel Werbung zu machen, die gibt es ja gar nicht. - Einige Besucher hatten wir schon, welche auf diese Art und Weise die Insel kennen gelernt, oder sagen wir besser angeschnuppert haben, und sich bereits auf dem Ausflug überlegt hatten, diese Insel muss noch mal ausgiebiger besucht werden, die paar Stunden reichen niemals aus, diese Perle im Atlantik kennen zu lernen.
Es ist also nicht richtig wenn man sagt, die vielen Kreuzfahrtschiffe bringen unserer Insel nichts oder wenig, man muss auch das Werbepotential mit in die Überlegungen einbeziehen, und nicht einfach nur die direkt erwirtschafteten Umsätze. - Einige Gemeinden haben auch ihre Hausaufgaben gemacht in den letzten Jahren und bieten nun den Kreuzfahrern kleine Touren innerhalb der Orte an, wo man gerne eben auch die Geschichte des Ortes und der Insel anspricht, aber auch kulturelle und wirtschaftliche Aspekte. - Das wird zum Teil sehr geschickt verknüpft mit unaufdringlichen Verkaufsangeboten, Wein, Mojo, Süßigkeiten und andere Inselspezialitäten können so erworben werden. - Aber keine Angst, wirtschaftlich so hoch entwickelt, dass wir bereits Kamelhaardecken oder Rheumakuren auf geschlossenen Internierungsstationen anbieten, wie das oft per bunter Postwurfsendung im Briefkasten angeboten wird, so weit sind wir noch nicht, und das \"noch\" kann man eigentlich auch für die nahe und mittlere Zukunft ganz weglassen. - Aber nun zurück in die Hauptstadt, die hat nämlich nichts davon, wenn wir die Gäste mit Bussen über die Insel schicken und der Verband der Einzelhändler der Innenstadt in Santa Cruz stellt sich wirklich vor die Stadtregierung hin und fragt: Was wollen denn die Kreuzfahrer eigentlich so kaufen? - Man weiß einfach nicht, warum die Besucher, welche von den Schiffen strömen, auf den großen Inseln so viel mehr Geld ausgeben, als bei uns in der Hauptstadt und sucht den Fehler inzwischen nicht nur mehr in den Umständen. - Die Umstände sind klar, die allermeisten Kreuzfahrtschiffe legen auf ihrem Besuch auf den Kanaren oder Madeira zunächst auf einer anderen Insel an, und dort werden dann die zollfreien Einkäufe der Passagiere, aber auch nicht zu vergessen, der Besatzung, getätigt. - Bei unseren Spirituosen- oder Tabakpreisen, kaufen die Menschen von den Schiffen regelmäßig große Mengen dieser \"Genussmittel\" im ersten kanarischen Hafen. - Da kann man also nicht viel machen, und dann müssen wir uns aber auch noch eingestehen, dass unsere Hauptstadt mit ihren paar Läden nicht wirklich gegen das Angebot von Großstädten wie Santa Cruz de Tenerife oder Las Palmas de Gran Canaria anstinken kann. - Wir fahren doch zum Einkaufen selbst dorthin, wenn wir außergewöhnliche Dinge suchen, dann sollten wir uns auch nicht groß fragen, warum die Kreuzfahrer mehr in den Großstädten ausgeben, als bei uns auf der Provinz. - Wir genießen die Vorteile der Abgeschiedenheit, also müssen wir auch den einen oder anderen Nachteil schlucken.
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Nur autochthones Polvo ist gutes Polvo / Weißer Karneval gilt nur auf La Palma |
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Samstag 18.02.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe, Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1019 hPa |
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Guttencopy wäre verloren hier bei uns auf der Insel, denn wenn wir etwas nicht mögen, dann Kopien. - Dabei versuchen wir in bestimmten Fällen ja selbst mehr oder weniger erfolgreiche Szenarien anderer Regionen oder Völker zu kopieren, das ist dann aber nicht unmoralisch, sondern ganz normal. - Dieses Thema der Kopien brandet immer wieder rund um den Weißen Karneval im Großen, und dann noch mal zum Zwergentanz in etwas milderer Form auf, denn beide Spektakel tragen das \"Endemismuslable\", sind also nach unserer Sichtweise mit einem rein palmerischen Copyright versehen. - Weißer Karneval, also die Form den Rosenmontag in weißer Kleidung zu verbringen und sich gegenseitig Babypulver auf den Kopf zu werfen und in die Atemwege zu implizieren, das darf man nur hier auf der Insel machen, alles andere ist Plagiat, und gehört verboten. - Mal kurz ohne flauschige Polemik, in Las Palmas, der Hauptstadt Gran Canarias hat man, oder begeht man jedes Jahr auch \"Weißen Karneval\", angelehnt an unsere Tradition, bezeichnet das dort allerdings als \"Traditionellen Karneval\". - Wäre La Palma ein souveräner Staat, dann hätten wir mindestens bereits die Botschafter wieder abgezogen, wenn nicht gar eine Kriegserklärung wegen dieser Traditionsschändung losgelassen, so aber blieb es bislang bei Beschimpfungen auf der Eben der Voxpopuli und Bürgermeister der Stadt Santa Cruz wie auch Räte des Cabildo Insulares haben jedes Jahr deutliche aber noch gerade respektvolle Briefe nach Gran Canaria gesandt, mit dem Hinweis dass wir das gar nicht gut finden, wenn man unseren Karneval auch woanders aufführt. - Woher dieser lokale Egoismus stammt, das ist leicht zu erklären, gerade als kleine Insel hat man gegenüber den großen, bei uns \"kapitalen Inseln\" genannten Zentren gewisse Ressentiments, denn die reißen immer alles an sich, sei es kulturell oder auch wirtschaftlich, und wenn wir kleine Hascherl, (David-Komplex) dann mal was Eigenes haben, dann legen wir auch allergrößten Wert darauf, dass uns das keiner wegnimmt.
So verständlich das ist, denn wirklich bleibt für die kleinen Inseln wenig Protagonismus gegenüber den großen Insel übrig, verzichten wir doch auf diese Art und Weise auch ein bisschen auf Werbung für uns, denn nichts käme eigentlich besser, als würde man mitten in Rio de Janeiro plötzlich \"Palmerischen Karneval\" feiern, und das in 467 Länder dieser Erde live übertragen werden. - Zu Karneval neigen wir zu Übertreibungen, aber Sie verstehen schon was ich meine, so sind zum Beispiel Rigaer Sprotten nur dadurch berühmt geworden, dass man sie auch außerhalb Rigas angeboten hat und Bismarckheringe so erfolgreich, weil nicht nur die Familie Bismarck dieses saure Deutsch-Sushi essen darf. - Je schiefer der Vergleich, umso interessanter der Gesichtsausruck des Gegenüber, und ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich kann mir schon vorstellen, wie Sie nun gerade die Augen wieder mal weit nach oben verdrehen. - Wir sollten den \"Weißen Karneval\" wohl auch exportieren, nur eben darauf achten, dass alle die so feiern dann auch wissen, woher das kommt und dass es unseren Namen nicht verliert. - Wir sollten nur mal daran denken, dass wir hier fast ausschließlich den Karneval nach dem Vorbild \"Rio\" feiern, und die Stadt Rio de Janeiro sicher nicht auf den Gedanken gekommen ist, uns das verbieten zu wollen. - Ehre wem Ehre gebührt, und der Weiße Karneval ist nun wirklich eine höchst interessante wie spektakuläre Geschichte, welche untrennbar mit der Entwicklung auf La Palma und der Hafenstadt Santa Cruz verbunden ist. - Allerdings tun wir uns keinen Gefallen damit, wenn wir unsere besten Stücke hüten und zuhause lassen, wir sollten großzügiger und offener mit unseren Vorteilen umgehen, damit lockt man Menschen an, und das wollten wir doch erreichen.
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Tourismus reckt sich, Tourismus streckt sich / Der dritte gute Monat am Stück |
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Samstag 18.02.2012 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe, Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1019 hPa |
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Der November war sehr gut, der Dezember auch, und der Januar ebenso, der fahle und hohle Gesichtsausdruck aller, die hier im Tourismus arbeiten sollte doch nun endgültig der Vergangenheit angehören. - Gut, bis zum Sommer zumindest, da ist dann kollektives Jammern wieder erlaubt. - Aber ohne Polemik nun, seit vielen Jahren der negativen Zahlen erlebt man nun in diesem Winter so etwas wie eine Reinkarnation des palmerischen Tourismus, Zuwachszahlen zwischen 10 und 20% sind keine falschen Zahlen, und auch wenn wir damit noch nicht wieder an die Spitzenjahre von 2000 bis 2005 heranreichen, erfahren wir doch mit diesem Zuspruch auch wieder so etwas wie eine Bestätigung unserer Arbeit und unseres Daseins. - In den letzten Jahren hatten wir schon manchmal daran gezweifelt, dass unser Tourismusmodell, wenn auch noch gar nicht wirklich ausgegoren, so gar keine Chance zwischen Billigpaketen und Abenteuerurlaub finden würde, weil sich einfach immer weniger Menschen für La Palma interessierten. - Ein bisschen muss ich meine Euphorie nun selbst einbremsen, den Großteil der Zuwächse müssen wir sicherlich einfach der besseren Erreichbarkeit unserer Insel wegen der zusätzlichen Flüge von Condor und der Air Berlin zuschreiben. - Es wird einfach öfter auf die Insel geflogen, die Preise sind daher auch attraktiver, und schon schnappt der Kanarische Patient wieder ganz kräftig nach mehr Luft. - Auf der anderen Seite aber gibt es auch diese Phasen, und La Palma hat in den letzten Jahren nicht wirklich Glück, oder sollte man sagen \"possitiw waybreyschens\" gehabt. - Wir waren zu sehr mit uns selbst beschäftigt, sind nach außen hin nicht kompakt genug aufgetreten und haben halt auch nicht vom Faktor nordafrikanische \"Revolutionen\" saugen können, so wie das auf den großen und vor allem östlichen Inseln unseres Archipels war. - Diesen Winter läuft alles rund, auch das Wetter spielt, zumindest aus touristischer Sicht mit, und der Flughafen musste in diesem Winter noch nicht ein einziges Mal seinen Dienst wegen schlechten Wetters einstellen. - Für den Januar 2012 können wir so laut der Statistik am Flughafen die Ankunft von 11.955 Reisenden aus dem Ausland vermelden, im gleichen Monat des Vorjahres waren es nur derer 9.926. - Das darf man wohl als guten, nein als sehr guten Erfolg betiteln, trotz des Einwandes, dass eben 2011 das schlechteste Jahr im Tourismus auf der Insel war, seit dem die Statistik sich auch für unseren Flughafen interessiert, also seit dem Jahr 1999. - Was aber leider auch auffällt, viele Gastronomen sind mit unserer Hochstimmung nicht einverstanden, man beklagt sich dort im Gastgewerbe, dass man von diesem Aufschwung in den Kneipen und Restaurants, nichts, oder fast nicht mitbekommen würde. - Das müsste man genauer analysieren, einmal sind sicherlich auch mehr Gäste über Pakete mit mindestens Vollpension zu uns gekommen, die fallen natürlich aus, unsere leidende lokale Gastronomie zu unterstützen, aber auch im ländlichen Bereich, dort wo es fast ausschließlich Ferienhäuser und Apartments gibt, welche eben keine Verpflegung anbieten, auch dort jammern die Wirte weiter rum. - Allerdings glaube ich mich auch zu erinnern, dass es öfter so war, wenn es früh dunkel wird, und die Abende bereits kalt und frisch sind, dann bleiben viele Gäste auch eher einfach zu Hause und bereiten sich ihre Abendmahl in den temporären eigenen vier Wänden zu. - Ansonsten, wem kalt ist, und das Glück hat dennoch im Aridanetal zu wohnen, der kann im Restaurant \"La Abuela\" (Hauptstraße zwischen El Paso und Los Llanos, gegenüber der Clinica Dental) nicht nur hervorragend essen, es ist dort auch sehr warm, weil der Wirt Öfen aufgestellt hat, nur damit sich das Personal nicht erkältet… Schleichwerbung? - Nein, das lehne ich ab, Produktinformation nennt sich das, oder einfach blanke Werbung… |
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