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Dackelzuchtverein Tinizarafiffis für das Superteleskop / Es wird schrullig um die Bewerbung für das E-ELT
Donnerstag 11.03.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe , Temperatur 16 Grad - Niederschlag 2 mm - Luftfeuchte 75 % - Luftdruck 1012 hPa
Natürlich wollen wir dieses Teleskop auf La Palma haben, eine bessere Chance, aus unserem hilflosen Spiel zwischen Bananen und Tourismus herauszukommen gibt es nicht. - So gibt es auch kaum kritische Stimmen, die sich gegen die Installation des 42 Meter Teleskops auf der Insel wenden, es fehlt halt einfach an Argumenten, welche ein verständliches Nein definieren könnten. - Wie wir aber alle wissen, hat der Standort La Palma die erste, aber vielleicht bereits entscheidende Instanz verloren, der wissenschaftlich-technische Rat der ESO präferiert Chile, und unsere Chancen diese technologische Höchstleistung bauen zu dürfen, sind stark gesunken. - Was man noch machen kann, das liegt ganz in den Händen der geldgebenden Länder, nur die könnten die ESO noch \"überreden\", dieses Observatorium auf La Palma zu installieren und nicht am \"Cerro Armazones\" in Chile. -Da kommen natürlich die Europa-Parolen hoch, ganz legal, und wer das Ding bezahlt, der sollte auch Mitspracherecht besitzen, wo denn diese Einrichtung ihren Standort hat. - Darüber herrscht keine Frage, allerdings zweifelt man hier, nach der wenig enthusiastischen Aussage der Wissenschaftsministerin aus Madrid, dass überhaupt jemand in Europa an entscheidender Position sich dringend dafür einsetzt, dass das E-ELT nach La Palma kommt. - Böse Kommentare gab es da bereits und die Zentralregierung wird scharf kritisiert, dabei ist es genau die Regierung Zapatero gewesen, welche sich sogar mit viel Geld in die \"Schlacht\" um das Riesenteleskop geworfen hat. Die Presse hat auch endlich wieder Seiten füllende Kommentare zu schreiben, und fast gelingt es hier auf La Palma, dass die Polemik um das E-ELT solche profanen Dinge wie die miserablen Bananenpreise oder den Frevel der Asphaltwerke im Aridanetal überdecken können. - Politisch ist das längst das übliche miese Spiel unserer selbstherrlichen Insel- und Provinzregierung geworden, kommt das E-ELT nach La Palma, dann haben die das geschafft, kommt es nicht, dann war Zapatero daran Schuld. - Interessant ist dabei auch wieder die Presselandschaft zu beobachten, und welches Blatt welche Meldungen bringt und die Überschrift verfasst. - Ein Professor aus Madrid meint nun, die ESO wird in Chile Probleme haben das große Teleskop gegenüber Naturgewalten zu versichern, und das sei hier auf La Palma nicht der Fall, also müsse das Teleskop nach La Palma. - Den Gipfel der Demenz aber bringt nun der Industrielle Ignacio Gonzáles, schwerreicher Mann aus Tenerife, der auch noch Präsident der Handelskammer ist. - Der hat nun ein ganz klares Zeichen gesetzt und behauptet, alle Handelskammern Spaniens unterstützen die Aufstellung des Riesenteleskops hier auf La Palma, und das wäre doch ein schwerwiegendes Argument für die ESO, doch endlich zur Vernunft zu kommen. - Ich zweifle daran, dass die Mitglieder der ESO-Kommission überhaupt daran denken, dass es in unserem so geschätzten Land überhaupt so etwas wie Handelskammern gibt, und ob nun die Chefin des Nagelstudios \"Inge´s nail´s tail´s\" in Barlovento Süd sich ein noch größeres Teleskop auf dem Berg wünscht, wo sie vor 25 Jahren mal mit einer kurzen Romanze hochgefahren ist, um den Sternen und Pedro näher zu sein. - Also liebe Leute bei der ESO, wir wollen das Teleskop haben, unter allen Umständen, auch Inge will das, und das sollte euch zu denken geben.
 
Verwirrte Mandelbäume / Blüte noch im März
Mittwoch 10.03.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe , Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1013 hPa
Wenn das so weitergeht, dann haben wir noch Mandelblüte an Ostern. - Das erste Unwetter an Weihnachten, das war noch gut für die Mandelbäume. - Da hatten die noch keine Blätter und Blüten, und so tat dieses viele Wasser richtig gut. - Danach allerdings, als nun die Blütenpracht Mitte Januar dann so wirklich erfreuen wollte, da fauchte dann der Sturm durch die Bäume und auch den ganzen Februar über, hatten wir ja ein wenig schmeichelhaftes Wetter, so dass die Mandel nicht wirklich ihre Blüte in Pracht, und vor allem dem wirklichen Nutzen nach durchziehen konnten. - Bei dem schlechten Wetter fliegen die Bienen ja auch kaum, so dass auch die Bestäubung eine schwierigere Angelegenheit wurde, aber diese Pflanzen wissen sich zu helfen, wie so viele andere Spezialisten auch. - Wenn die erste Blüte vom Wetter verweht wird, dann machen wir einfach noch eine, so wenig zimperlich geht dieser wundersame Baum mit seinen Ressourcen um. - Für uns als Resultat, noch eine Mandelblüte und die erstaunlichen Bilder, Blüten, Blätter und fast schon reife Mandeln an einem und demselben Baum. - Es ist nicht unüblich, dass die Bäume unterschiedlich schnell ihr Vermehrungsgeschäft abschließen, allerdings ist es extrem selten bei den Mandeln, dass man Blätter, Blüten und Früchte gleichzeitig an einem Baum sieht. - Normalerweise schickt die Mandel zuerst ihre spektakuläre Blütenpracht aus den knorrigen Zweigen und Ästen, dann kommen die Blätter und die Frucht selbst wächst dann zusammen mit dem frischen Laub heran. Dabei lässt sich auch immer wieder ein scheinbares Paradoxon beobachten. - Möchte man doch meinen, in den unteren Zonen der Insel, da wo es wärmer ist, sollten die Bäume zuerst blühen, bei der Mandel, und übrigens bei ein paar anderen Pflanzen ist das nicht so. - Die Mandel möchte unbedingt das ganze alte Laub abgeschüttelt haben, und das geht am einfachsten bei Kälte und scharfem Wind. - Dann erst ist die Mandel nach dem ersten Regen bereit zu blühen, und diese Voraussetzungen sind halt in den höheren Lagen einfach eher gegeben. - So kann es sogar vorkommen, dass Mandelbäume in La Laguna oder anderen tieferen Orten ihre alten Blätter so gar nicht loswerden, entsprechend spät, aber auch spärlich fällt darauf hin die Mandelblüte aus. - Dieses Jahr aber ist Wasser so reichlich vorhanden, dass die verschwenderische Natur den Mandeln sogar eine zweite Blüte schenkt, und die letzten paar warmen Tage haben da noch mal ordentlich dazu beigetragen. - Für die kommenden Tage ist beim Wetter auch keine Änderung in Sicht, das Hoch über den Kanaren ist zwar nicht sonderlich kräftig ausgestattet, hat es aber bislang tapfer geschafft, alle Tiefs so weit in den Norden zu drücken, dass die zweite Mandelblüte in diesem Frühling nicht gefährdet scheint. - Wurde ja auch mal wieder Zeit, dass das Wetter uns solche netten Begebenheiten schenkt, und nicht nur Erdrutsche, feuchte Zimmer und schlechte Laune. - La Palma und seine kleinen aber wunderbaren Eigenheiten, wo die Mandeln zweimal im Jahr blühen, die Pfarrer Sozialisten wählen, und die Menschen niemals ein Glas Wein trinken, einen vino, sondern immer nur ein Gläschen ein vinito. - Das dann aber noch öfter als die Mandeln blühen.
 
Landwirtschaft mit der Brechstange / Sodepal gibt nicht auf
Mittwoch 10.03.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe ,Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1014 hPa
Die Bananen schwächeln, der Tourismus entpuppt sich als zickiges Biest, da ist man doch immer froh, wenn wenigstens die berühmte öffentliche Hand noch Geld unter die Leute wirft. - Na ja, so lange es noch etwas zu verteilen gibt, sollte man da auch zugreifen, und wenn es dann auch noch einer guten Sache dient, umso besser. - Unsere Inselregierung hat extra für solche Fälle die \"Sodepal\" (Sociedad de Promoción y Desarrollo Económico de La Palma) gegründet, eine Gesellschaft die sich darum bemüht, neue Geschäftszweige für die palmerische Wirtschaft zu erschließen. - Eigentlich wäre das ja Aufgabe der Inselregierung selbst, aber alleine die Arbeitsplätze der Mitarbeiter von \"Sodepal\" sind ja schon etwas wert, auch wenn man sich grundsätzlich etwas mehr erwartet, als reine Arbeitsbeschaffung durch diese Institution. - Bislang sind die Ergebnisse der \"Sodepal\" fast nur Pleiten, Pech und abgepackte Salate, und da war doch noch was mit dem schief etikettierten Gofio, welches dann sang- klang- und erfolglos irgendwann aus den Regalen der Supermärkte wieder verschwand. - Auch bei den Salaten muss man Abstriche machen, zwar hat man endlich die Verpackung geändert und etwas schicker gestaltet, aber man neigt bei der gebrachten Qualität trotz eines schwindelerregend niedrigen Preises nicht wirklich zum Nachkauf. - Allerdings versichert man uns, dass diese abgepackten Salate auf Tenerife sehr erfolgreich in den Supermärkten verkauft würden, und weil wir der großen Nachbarinsel grundsätzlich alles zutrauen, lassen wir das einfach mal so stehen. - Was übrigens sehr positiv an der Geschichte ist, die Landwirte haben dadurch für gewisse Produkte einen sicheren Abnehmer gefunden, und wäre die ganze Geschichte nun wieder ohne Subventionen ins Rollen gekommen, dann könnte man sogar von einem Erfolg sprechen. Nächster Coup lautet, man will jetzt auch noch weitere landwirtschaftliche Produkte als \"Convenience-Food\" hier auf der Insel zubereiten, und dann auf kanarischen Märkten anbieten. - Bereits vorgekochte Süßkartoffeln, Chayotas, Ñames und Yuca. - Süßkartoffeln kennt man ja wohl noch in Mitteleuropa, Chayotas sind kleine, birnenförmige Früchte aus der Familie des Kürbis, die Ñames sind die als Yamswurzel bekannte Pflanze und die hier und in Südamerika als Yuca bezeichnete Knolle, welche aber nichts mit der bekannten Zierpflanze zu tun hat, sondern in Mitteleuropa eher als Maniok bekannt ist. - Diese Aufzählung hört sich nun an wie ein südamerikanischer Gemüseeintopf, und in der Tat handelt es sich bei allen diesen Pflanzen um Importe aus der \"Neuen Welt\", die irgendwann mit der regen Migration zwischen den Kanaren und Südamerika auch den Weg nach La Palma gefunden haben. - Diese Pflanzen gehören, vielleicht mit Ausnahme der Yuca, eigentlich zum Alltagsgeschäft der palmerischen Küche, haben aber in der letzten Zeit an Beliebtheit und Bedeutung verloren, ganz einfach weil diese Feldfrüchte in der Küche sehr aufwendige Bearbeitungsmethoden fordern. - Da genau will man ansetzen, und der modernen HausmannIn eben gleich ein Faulheitsprodukt, was man eben heute \"Convenience\" nennt anbieten, damit diese Früchte wieder häufiger auf dem Teller landen. - Ich weiß, dass meine lächerlichen Versuche der Chauvikasse zu entkommen sinnlos sind, aber die paar Männer die hier kochen, die stehen meistens in Restaurants und drehen Koteletts auf dem Grill. - Interessant dabei ist noch, dass man dafür extra einen Techniker anstellt, welcher die Beratung der Landwirte und des Bearbeitungsbetriebes übernehmen soll. - Und das, obwohl wir schon ein gut besetztes Landwirtschaftsamt haben und eben die Mitarbeiter von \"Sodepal\", jetzt kommt extra noch ein Spezialist dazu. - Das Geld für den \"Biotechnologen\" hat man übrigens auch gleich wieder als Subvention erhalten und nun wissen wir auch was der gute Mann verdient, der bekommt 16.450 Euro im Jahr, da beißen bestimmt nur Spitzenkräfte an, bei dem Verdienst… Weg von der Polemik, wenn es funktioniert, und damit ein paar Landwirten dabei hilft, die Scholle weiterhin nutzbringend zu bearbeiten, dann soll es uns recht sein. - Allerdings muss man auch wieder befürchten, dass dieses ganze System wieder zusammenbricht, wenn die Subventionen dafür abgezogen werden und das Ganze als selbsttragendes Unternehmen laufen soll.
 
Die Polemik ist serviert / Das Superteleskop E-ELT sorgt für reichlich politische Auseinandersetzung
Dienstag 09.03.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe ,Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1014 hPa
Ist die Schlacht um die Aufstellung des 42 Meter Teleskops E-ELT denn bereits verloren, oder nicht? - Wir wissen das nicht, wie weit da die Herren und Damen der ESO bereits entschieden haben, oder noch zweifeln, dem Rat der wissenschaftlich-technischen Kommission zu folgen, und diese 1Milliarden Investition in Chile zu errichten. - Uns hat das hier sehr getroffen, und sowohl die Bevölkerung wie auch die lokalen Politiker wollen diese scheinbare Niederlage noch nicht anerkennen. - Jetzt fordert man eine breite diplomatische Front gegenüber den Entscheidern bei der ESO, schließlich stammt das Geld dafür von den europäischen Steuerzahlern, da muss doch dieser Verein auch Rücksicht darauf nehmen, und dieses Geld in der \"Familie\" lassen. - Diese Forderungen sind schon berechtigt, keine Frage, aber in wie weit sich die ESO als wirklich von den Regierungen, oder gar von der EU unabhängiges Gremium gibt, das können wir als doch Außenstehende nicht wirklich einschätzen. - Spanien hat sich mit einem Angebot, allein fast ein Drittel der Kosten zu schultern, bereits ziemlich weit hinausgelehnt, aber zumindest vor der Kommission scheint das nichts genutzt zu haben. - Dennoch fällt die Entscheidung auf einer anderen Ebene, oder ist bereits gefallen, und dieses ganze Hin und Her ist lediglich für die Bühne arrangiert, um dem unterlegenen Kandidaten weiß zu machen, man hätte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. - Betrachtet man noch mal die Aussage der Wissenschaftler und Techniker, dann sticht der Standort Cerro Armzones eigentlich nur deshalb vor La Palma heraus, weil man dort die Nähe zu den anderen Teleskopen der ESO lobt. - Das heißt aber auch nicht anderes, dass die dort arbeitenden Techniker und Wissenschaftler natürlich gar keinen neuen Standort wollen. - Einmal, weil man sich dort wahrscheinlich schon gut eingelebt hat, vielleicht sogar ein Häuschen und Familie, und weil man sich auf der anderen Seite natürlich mit dem E-ELT noch weitere Chancen auf große Entdeckungen und Forschung erhofft, ohne noch mal woanders hin zu müssen. - Die ESO hat bislang lediglich in Chile Observatorien, da ist es doch nur logisch, dass die dort bereits arbeitenden Wissenschaftler und Techniker sich weiter für den bekannten Standort aussprechen. Die Entscheidungsfrage muss so eigentlich auch ganz anders aussehen, nämlich will die ESO überhaupt einen neuen Standort, der auf der Nordhalbkugel beheimatet ist, oder sich weiterhin, ihrem Namen treu bleibend, (European Southern Oberservatory) weiterhin nur auf der Südhalbkugel umtun. - Diese Entscheidung aber hat nichts mit der Qualität des Standortes La Palma oder Cerro Armazones zu tun, sondern ist rein strategischer Natur. - Das muss die ESO ganz alleine für sich ausmachen und dazu braucht man kein, an einen schreierischen Wettbewerb erinnerndes \"Casting\", welcher Standort denn die schöneren Beine hat. - Davon haben wir bei der ganzen Geschichte auch von der ESO noch nichts gehört, und ein bisschen muss ich daraus schließen, dass man dort wohl gar keine neue strategische Ausrichtung plant oder wünscht. - Aber ich weiß es nicht, bin bloß ein Beobachter der Astrophysiker in seinem Bekanntenkreis hat, und die sich dieses Monstrum natürlich nach La Palma wünschen. - Unsere lokale und provinzielle Politik möchte aber weiter auf Radau machen und fordert die EU sowie die spanischen Regierung auf, nun diplomatischen und finanziellen Druck auf die ESO auszuüben, damit La Palma als Standort ausgesucht wird. - Allerdings lässt die Wissenschaftsministerin Cristina Garmendia aus Madrid sich von dieser Stimmung nicht besonders leicht beflügeln und meint, man hätte mit dem Geldangebot schon alles unternommen, und man könne keinen diplomatischen Druck auf ein wissenschaftliches Gremium ausüben. - Ein bisschen möchte man aus dem Interview auch herauslesen, als werfe man das Fernrohr bereits ins Korn, oder weiß die Frau halt einfach schon so viel mehr als wir über den Fall, und traut sich einfach noch nicht mit der traurigen Wahrheit heraus. - Hier hat das Interview der Cristina Garmendia auf jeden Fall für großen politischen und gesellschaftlichen Ärger gesorgt, man fühlt sich nicht gut vertreten von einer Ministerin, die nicht den Anschein macht, bis zur letzten Minute und bis zum letzten diplomatischen Scharmützel um den Standort La Palma zu kämpfen. Unfähig sei die Dame heißt es aus den Reihen der Partido Popular, und unsere Inselpräsidentin meint sogar, das Interview sei eine Schande. - Der Präsident der autonomen kanarischen Regierung meint, die Ministerin gefährde mit solchen Aussagen sogar die Bewerbung und hebt erneut hervor, wie viel man denn seitens der Provinzergierung getan hätte, damit das große Teleskop nach La Palma kommt. - Das allerdings ist nur ein Windei, denn außer lauten Phrasen und Trommelwirbel hat man hier überhaupt nichts getan, und nur die Zentralregierung hat ein Angebot ausgearbeitet und Geld dafür geboten. - Die Polemik ist serviert, und vielleicht überrascht man uns ja noch seitens der ESO, aber das politische Ränkespiel in diesem Thema ist jetzt bereits widerlich, lässt sich aber sicherlich noch steigern.
 
Die Jungfrau macht Politik / Kein politischer Streit im Jahr der Bajada
Dienstag 09.03.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe, Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1015 hPa
Wenn noch ein Beweis nötig war, dass die Virgen de Las Nieves wirklich Wunder vollbringen kann, dann ist dieses nun geschehen. - Der Haushalt unserer Hauptstadt Santa Cruz ist auch von der in Minderheit regierenden Coalición Canaria verabschiedet worden, ganz einfach weil die dortige Opposition diese Veranstaltung nicht gefährden wollte. - Partido Popular (5 Stimmen) und die PSOE (6 Stimmen) enthielten sich bei der Abstimmung, so reichten die 6 Stimmen der Coalición Canaria, um den Haushalt positiv zu verabschieden. - Gut, die Sozialisten hatten im Vorfeld schon verkündet, wegen der Bajada de la Virgen den Haushalt passieren zu lassen, so dass es keine große Überraschung mehr war, denn selbst die 5 Stimmen der Partido Popular hätten nun den Haushalt 2010 nicht mehr stoppen können. - Interessant in Santa Cruz ist ja auch eher, wer da mit wem gerade seinen Bändel treibt, denn ursprünglich, also seit Mai 2007, nach den letzten Kommunalwahlen, saßen die Abgeordneten der Partido Popular mit in der Stadtregierung. - Allerdings trennte man sich vor ein paar Monaten aus dieser Koalition, unüberbrückbare Auseinandersetzungen markierten die bisherige Legislaturperiode, wobei immer wieder nach außen ein desolates Bild des Stadtparlamentes von Sana Cruz heraufbeschworen wurde. - Der Streit zwischen den beiden Regierungsparteien wurde auch auf persönlicher Ebene geführt, und Beobachter von außen mussten sicher meinen, die Partido Popular sei die lauteste Opposition, aber weit gefehlt, die waren Regierungspartner, auch wenn man das nicht wirklich erkennen konnte. Seit dem logischen Schritt der Trennung nun reagiert die Coalición Canaria in einer sehr wackeligen Minderheitsregierung, verfügen die doch bloß über 6 der 17 Ratsposten. - Allerdings kann man sich auch wieder darauf verlassen, dass die \"natürlichen Feinde\" PP und PSOE auch keine gemeinsame Sache machen und je nach Sachlage mal Ablehnung zeigen, oder alleine schon durch eine Enthaltung dann den Vorschlag der Coalición Canaria passieren lassen. - Man könnte sogar so weit gehen und behaupten, mit dieser Minderheitsregierung in Santa Cruz hätte man ungewollt der Demokratie wieder ein bisschen auf die Beine gestellt, denn so lange die CC abhängig von der Zustimmung oder mindestens Enthaltung der anderen Parteien ist, können die keinen wirklichen Blödsinn machen. - Über das Haushaltspaket gibt es wohl auch interessantes zu berichten, trotz Mehrausgaben für die Bajada sinkt der Haushalt unserer Stadt um 7,5% gegenüber dem Vorjahr, was dann 19,7 Millionen Euro ergibt. - Diese Einsparungen gehen fast komplett auf Kosten der Investitionen, und zu einem kleineren Teil auch auf Einsparungen beim Personal. - Allerdings erklärt man uns auch, dass man einige der geplanten Investitionen weiter an die Insel- aber auch an die Provinzregierung delegieren konnte, und beim Personal wird verstärkt wieder auf eine Kollaboration mit dem Arbeitsamt gesetzt, um möglichst viele Teilzeitjobs über vom Staat bezahlte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zu arrangieren. - Ob dieser Sanierungshauhalt auf Kosten anderer Institutionen aufgeht, das werden wir abwarten müssen, aber bis nach der Bajada de la Virgen de Las Nieves vertagt man nun in der Hauptstadt jegliches politisches Geplänkel, die Jungfrau kommt in den Ort, dann lasst uns alle mal hübsch artig sein.
 
Krise, da war doch was / Unzufrieden mit dem Winterschlussverkauf
Montag 08.03.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe,Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1016 hPa
Früher, als alles anders, und nur manches besser war, da dachte ich immer, nur niederbayrische Viehhändler können so richtig jammern. - Längst haben mich die Bananenbauern eines anderen belehrt, dicht auf gefolgt von den Einzelhändlern. - OK, kurzzeitig waren da noch die Banker, aber deren Mitleidspotential war so schnell aufgebraucht wie Hartz IV in praller Konsumblüte. - Das vergangene Jahr war für den Einzelhandel auf den Kanaren schon heftig, daran gibt es keinen Zweifel, wer noch Geld hatte klammerte sich daran, und die anderen trösteten sich damit, dass man kein Geld nicht ausgeben kann. - Jetzt sollte der Winterschlussverkauf dem Handel wieder neue Impulse verleihen, die Lager räumen und gleichzeitig frisches Kapital in die Kassen spülen, um damit neue Ware für den Sommer bereitzuhalten. - So zumindest war das Vorhaben, oder die Idee, aber irgendwie scheint das nicht aufgegangen zu sein. - Dabei ließ sich die Geschichte gar nicht so schlecht an, gleich nach \"Reyes\", also dem Tag der Heiligen Drei Könige, begann der Handel seine Läden mit Schildern zu überkleben, die einem Rabatte von bis zu 70% versprachen und so etwas lässt sich Doña Schnäppchen und Pedro Billig nicht zweimal sagen. - Allerdings war die Blase schnell geplatzt, die paar schönen, oder wirklich günstigen Dinge schnell verschwunden, und von da an lief es mit den \"Rebajas\" (de invierno) gar nicht mehr so fröhlich, wie man sich das eigentlich vorgestellt hat. Der Einzelhandelsverband der Kanarischen Inseln spricht nun sogar vom schlechtesten Winterschlussverkauf des letzten Jahrzehntes, und dass man beim Umsatz da gelandet sei, wo man vor 10 Jahren bereits war. - 15% weniger verkauft als noch im gleichen Zeitraum des Vorjahres 2009, und das war bereits ein Krisenjahr, so dass die Worte \"desaströs\" und \"Katastrophe\" die Presseerklärung des Verbandes durchziehen. - Noch dazu hätte man solch hohe Rabatte gewährt, dass unter dem Strich nichts übrig geblieben sei, und das sei irgendwie nicht die Idee von einem Geschäft. - Ich bin erstaunt, wie schnell man dann doch wieder erkennt, dass Geld verdienen im Handel auch eine fundamentale Sache ist, und Umsatz ohne Rendite ein ziemlich kurzatmiges Treiben. - So steht man dann doch in weiten Teilen des Handels mit dem Rücken zur berühmten Wand, die dann ganz schnell zu Klagemauer wird, und man händeringend wieder den Weg sucht, aus dieser Billigfalle und den minimalen Renditen herauszufinden. - Spezialisieren, klein genug bleiben, oder hyperventilierend wachsen, bis man platzt, man darf nur vorher nicht vergessen etwas auf die Seite zu schaffen… Grundsätzlich leidet hier der Handel halt auch unter der großen Sättigung, die gepaart mit echter Not durch die Krise, aber eben auch vorsichtigem Verhalten der Mittelschicht nicht wirklich goldenen Boden für einen zufriedenen Handel schafft. - Wohl dem, der das Aussitzen kann, und dann immer noch Schwung und Luft hat, dem vielleicht real existierenden Konsumenten, der mal nichts umsonst haben will, sondern was Gutes und was Schönes sucht, dann auch entsprechende Ware anbieten kann. - Ansonsten kann ich da noch aus Las Palmas eine Geschichte erzählen, wie ich über zweieinhalb Stunden brauchte, um eine ganz normale Jeans zu kaufen, aber leider waren \"Rebajas\" und da gibt es normale Jeans nicht. - Die werden dann weggeräumt und man muss durch die ladeninternen Hierarchien tingeln, bis man endlich einen mitleidigen Abteilungsleiter findet, der es dann doch wieder ermöglicht, dass ich eine ganz normale Hose zu einem ganz normalen Preis erstehen konnte. - Hatte ich erwähnt, dass ich \"Rebajas\" nicht mag?
 
Keine Fiesta für lau / 2,7 Millionen Euro für die Bajada de la Virgen de Las Nieves
Sonntag 07.03.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe, Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1015 hPa
Und das mitten in der Krise, wo an allen Ecken und Enden sonst den öffentlichen Korporationen das Geld fehlt. - So hört man auch gleich wieder viele Menschen meckern, aber feiern wollen wir trotzdem, und die Bajada de la Virgen de Las Nieves ist zweifelsohne das höchste Inselfest überhaupt, und kommt ja auch nur alle 5 Jahre vor, so dass wir unsere Kritik auch ein bisschen überdenken sollten. - Zumal diese 2,7 Millionen Euro auch die Bruttosumme darstellen, und man die Einnahmen dagegen rechnen muss und auch noch die Gelder der Sponsoren. - Man rechnet das Ding dann so vor: - Rund eine Million Euro sollen alleine aus den Einnahmen der Veranstaltungen kommen, wobei natürlich der berühmte Zwergentanz das Gros einspielen muss, aber auch das Minué ist ein meist gut besuchtes Spektakel. - Weiterhin nimmt man ja Gebühren von den Aufstellern der vielen Kisoske die dann während der Festivitäten so wichtige Dinge wie Bocadillos und Bier anbieten, und auch das \"Merchandising\" mit Souvenirs rund um die Jungfrau und die Zwerge soll Geld in die Kassen spülen. - Dann noch die Sponsoren, die auch ihren Teil beitragen, und übrig bleiben soll die Summe von 500.000 Euro, welche dann aus der Stadtkasse zu berappen sind. - Das hört sich doch schon ganz anders an, und wenn man das mal auf die Zahl der Einwohner dieser Insel umrechnet, dann sind das schlappe 6 Euro pro Palmero, und fragen Sie mal einen einzigen Menschen hier auf der Straße, ob ihm die Jungfrau vom Schnee nicht 6 Euro wert ist. - Natürlich immer vorausgesetzt, die Rechnung geht auf, aber schließlich ist das nicht die erste Bajada die man veranstaltet. Allerdings haben wir nie wirklich alle Abrechnungen gesehen, und das wäre dann doch schon ein interessanter Fall das mal unter die Lupe zu nehmen. - Nicht nur um zu sehen, ob man denn tatsächlich so gut gewirtschaftet hat, dass an öffentlichen Geldern wirklich \"nur\" 500.000 Euro fällig wurden, sondern noch viel mehr interessiert uns ja, wer denn da alles Aufträge erhalten hat, bei der Bajada \"Lieferant\" zu sein. - Diese Abrechnungen könnte die Opposition in der Gemeinde wohl zur Einsicht fordern, um dann eben eventuelle \"Spezelaufträge\" publik zu machen oder zumindest Erklärungen dafür zu fordern, warum nun gerade der oder die auf der Gehaltsliste der Bajada standen. - Für die letzte Bajada in El Paso im vergangenen Sommer, auch da hat die Opposition die Abrechnung angefordert, aber nach mehr als einem halben Jahr immer noch nicht erhalten. - Vielleicht hat man gar keine wirkliche Abrechnung oder einfach keinen Überblick mehr, vielleicht will man dieses Papier auch einfach nicht herausrücken, weil man eben wohl befürchten darf, dass da Gelder in auffälligen Höhen und an auffällige Adressen gegangen sind. - Diese mangelhafte Transparenz ist aber auf lokalpolitischer Ebene auf dieser Insel immer schon ein reichlicher Hemmschuh für echte Kontrolle gewesen und dient auch immer wieder dazu, die Politikverdrossenheit noch mehr zu erhöhen. - Auch will man in El Paso die Abrechnung nicht veröffentlichen weil dabei nämlich auch noch herauskommen würde, dass die Bajada de La Virgen del Pino die Bevölkerung der Insel mehr gekostet hat, als die Bajada in der Hauptstadt. - Natürlich immer vorausgesetzt, das stimmt mit den 500.000 Euro, die man uns da vorrechnet.
 
Mistverständnis / Nur ein Teil der Spendengelder für Fuencaliente kommt auch dort an
Sonntag 07.03.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe , Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 72 % - Luftdruck 1014 hPa
Die Brandkatastrophe im August vergangenen Jahres im Süden der Insel brachte eine für uns noch nicht gekannte Spendenwelle. - Allerdings kam nicht alles Geld wirklich in Fuencaliente an, und bis heute, ein halbes Jahr später, sitzt eine Organisation immer noch auf mehr als 80.000 Euro an Spendengelder, und wird diese wohl auch nicht herausgeben. - Más Nunca heißt diese Organisation und ist eigentlich in Gran Canaria beheimatet, und wurde nach den Waldbränden dort gegründet, um Hilfestellung im Prozess mit den Behörden zu leisten und auch Forderungen gegenüber Versicherungen durchzusetzen, welche ein einzelner Geschädigter wohl auch finanziell nicht erlangen kann. - Aber diese Organisation verteilt keine Spenden an Privatpersonen, sondern nutzt dieses Geld ausschließlich für technisch-bürokratische Hilfestellung. - Das steht auch so in deren Statuten und ist damit auch klar für jeden einsehbar, allerdings war das auf der Insel nie Thema. - Gleich nach dem Brand gab es eine Vielzahl von Spendenkonten und Aktionen, die ausschließlich für den Zweck Gelder für die Betroffenen in Fuencaliente zu sammeln ins Leben gerufen wurden. - Allerdings wussten weder die Spender, noch die Organisatoren der Konzerte, Sportveranstaltungen und Benefizaktionen, wie man denn das Geld nun an die Geschädigten in Fuencaliente bringt. - Manche Gelder gingen an das offizielle Spendenkonto der Inselregierung, die das Geld weiter an die Caritas von Fuencaliente und Mazo leitete, andere spendeten an das Rathaus der südlichen Gemeinde, und eben ganz viele an die Organisation \"Más Nunca\", die inzwischen auch Vertreter hier auf der Insel gefunden hatte. - Je nach Bericht liest man Summen zwischen 82.000 und 88.000 Euro, die letztendlich auf dem Konto dieser Organisation gelandet sind, und erst als man daran gehen wollte diese Gelder nun an die Betroffenen auszuzahlen, kam es zum Affront zwischen den lokalen Mitgliedern und den Repräsentanten der Gruppe aus Gran Canaria. Man weigerte sich die zur Auszahlung bereits gefertigten Schecks zu unterschreiben, da man eben in den Statuten der Organisation festgeschrieben hat, diese Gelder ausschließlich für die Repräsentation gegenüber Körperschaften zu verwenden, und eben nicht an die Geschädigten direkt weiter zu geben. - Allerdings hat keiner der Spender hier vor Ort so gedacht, sondern nur seinen Geldbeutel erleichtert, um den Menschen dort direkt zu helfen. - Die lokale Gruppe von Más Nunca hat sich dafür auch längst öffentlich entschuldigt, dieses Missverständnis nicht lauter und öffentlicher zu präsentieren, und ist inzwischen fast komplett auch aus der Organisation ausgeschieden. - Jetzt gab es ein Treffen von Geschädigten und Vertretern der Organisation Más Nunca in Fuencaliente, bei dem sowohl die Presse wie auch Zuschauer und Spender nicht zugelassen waren, demokratische und vor allem transparente Reaktionen sehen anders aus. - Ergebnis dieses Treffens ist, lediglich eine Großspende, vom Rathaus von Los Llanos, auf deren Konto auch viele Menschen eingezahlt hatten wird freigegeben, weil auf dem Überweisungsträger zu lesen war, dass dieses Geld den Geschädigten von Fuencaliente zur Verfügung gestellt werden soll. - Die anderen 60.000 Euro bleiben auf dem Konto von Más Nunca, weil die ohne Bedingung auf das Konto eingezahlt wurden. - Sicher sind die im Recht, keine Frage, aber schlimmer kann man Spendenbereitschaft gar nicht torpedieren und beschädigen, und niemand hier wird mehr auch nur einen Cent Geld oder Vertrauen in diese Organisation stecken, die sich hinter Statuten versteckt, wo doch ganz klar war, auch ohne schriftliche Anweisung, wofür man seine Spende verwendet sehen will. - Auch fehlt uns nun der Nachweis, für welche Aktionen denn Más Nunca diese Gelder wirklich einsetzt, und wir sollten es nicht darauf beruhen lassen, uns von der widerlichen Umkehr der Beweislast ruhig stellen zu lassen. - Nicht wir, die Spender müssen beweisen, wohin das Geld gehen sollte, sondern die Organisation, welche die Gelder entgegengenommen hat, wofür diese Summen denn verwendet werden. - Más Nunca heißt auf Deutsch: Nie Wieder. - Ja, das haben wir jetzt verstanden und ich bin froh, dass ich seinerzeit auf das Spendenkonto der Inselregierung verwiesen habe, da konnten wir uns jedenfalls sicher sein, dass diese Geld bei den Bedürftigen ankommt, und sei es auch über den Umweg der Caritas.
 
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