Und die gute Nachricht ist? / Der späte Auszug Francos aus Los Llanos

Einer der sozialistischen Hoffnungsträger dieser Insel meldet sich mal wieder zu Wort, nachdem es still geworden war um José María (Chema) de Vargas, heute stellvertretender Bürgermeister in Los Llanos. - Still war es um ihn geworden, nachdem der höchst intelligente und äußerst smarte Schuldirektor so richtig auf dem staubigen Boden der Lokalpolitik angekommen war. Sichtlich wie spürbar enttäuscht von den geringen Möglichkeiten, die jemandem wie ihm gegeben sind, von seinem Posten aus wirkliche Änderungen herbei zu führen, zog er sich nach dem Geschmack für Viele zu weit in die zweite Reihe der Politik zurück, und überließ den medialen Protagonismus seiner \"Chefin\", und ersten Bürgermeisterin von Los Llanos, Noelia García. - Die Hoffnungsträgerin der Partido Popular glänzt allerdings auch nicht, die aus ähnlicher politischer Unerfahrenheit heraus mehr durch die ersten Monate an der Macht der größten palmerischen Stadt stolperte als wanderte. - Was allerdings angesichts der prekären finanziellen Lage der Stadt kein Wunder ist, und eigentliche müssten man sagen, den Umständen entsprechend gut haben das die Beiden bislang gut gemeistert, wäre da nicht das schmutzige Thema um die Asphaltwerke, in dem uns Noelia inzwischen weniger Antworten als eher Wunder schuldig ist. - Schwer ist es dieses Thema beiseite zu lassen, wenn man über die neue Stadtregierung von Los Llanos spricht, denn die Asphaltwerke können wohl über das weitere Funktionieren der ungewöhnlichen Koalition aus Partidio Popular und den Sozialisten entscheiden. - Ich glaube nicht, dass Chema zu diesem Thema einen Maulkorb verpasst bekommen hat, ich glaube eher, dass er seinen Mund nicht dazu aufmachen will, weil es sonst sofort ein derbes Zerwürfnis mit Noelia García geben würde und das nutzt letztendlich auch den vielen Gegner der Asphaltwerke nichts, sollte diese instabile Koalition in Los Llanos zerbrechen und die alten Befürworter der Asphaltanlagen wieder an die Macht kommen. - So ist es schwer für Chema Vargas zu punkten in den letzten Monaten, dort wo seine Stärken liegen muss er den Mund halten, und dort wo man sprechen darf, sind nichts als Schulden, Personalprobleme und zerbrochene Großmannsträume aus der Zeit, als Wachstum noch von Gott gegebenes Menschrecht schien. Jetzt endlich holt er seinen Trumpf aus der bereits ein bisschen zerbeulten Jacketttasche, endlich sollen alle Symbole welche an die Franco-Zeit in Los Llanos erinnern getilgt werden. - Das hatte man bereits viele Jahre gefordert, scheiterte aber immer an der Ignoranz, um es mal vorsichtig auszudrücken der Coalición Canaria, denen Karneval und Agrarsubventionen für endemische Ochsen immer wichtiger waren, als der Gedanke, ob denn über dem Eingang zum Rathaus immer noch ein Wappen mit den Falange-Symbolen hängt. - Gut, man kann sich wohl darüber unterhalten, ob man durch das zwanghafte Entfernen von Symbolen diese nicht sogar \"postum\" noch aufwertet, aber es gibt ja inzwischen sogar ein Gesetz in Spanien, welches die Entfernung aller Symbole aus der Franco-Ära an öffentlichen Bauten fordert. - Allerdings hat man unendlich viel Zeit dazu und bestraft wird auch nicht, aber es war dann schon die Aufgabe sozialistischer Bürgermeister im letzten Jahrzehnt dafür zu sorgen, dass viele Straßen nun andere Namen erhielten und manche Gedenktafel oder auch Hinweis verschwand. - Interessant dabei ist, dass eigentlich die Partido Popular Schwierigkeiten bereiten sollte beim Entfernen dieser Namen und Symbole, denn schließlich ist die Partido Popular eigentlicher Erbe der spanischen Nationalisten. - Erst vor kurzem war Manuel Fraga gestorben, letztes Bindeglied zwischen Franco und der heutigen Partido Popular, war er doch unter Franco Minister für Tourismus und nach dem Tod des Despoten gründete er mit anderen konservativen und eher rechts orientierten die \"Alianza Popular\", Vorgänger der heutigen Partido Popular. - So sollte doch eigentlich der Widerstand gegen das Entfernen sämtlicher Franco-Symbole aus dem Lager der Partido Popular kommen, und nicht aus den Reihen der Coalición Canaria. - Dem scheint aber nicht mehr so zu sein, gerne befreien sich die jungen Konservativen aus den stets etwas dunklen Reihen der Rechtsgerichteten, und auf der anderen Seite, ohne das Abnicken Noelia Garcías, diese Symbole entfernen zu lassen und weitere Straßen umzubenennen, hätte es keine Zustimmung der Sozialisten zum jetzigen Pakt gegeben. - Angesichts der Umstände fällt es mir schwer Chema Vargas ein \"Chapeau\" dafür zu verleihen, denn diesen \"Chapeau\", den trägt er bereits seit den Koalitionsverhandlungen. - Dass er jetzt diese Karte zieht, das hat eher den Charakter der Imagepflege, und dafür gibt es nur bunte Hütchen, aber keinen \"Chapeau\". - Wann das Entfernen und die Umbenennungen stattfinden, das konnte man uns leider auch noch nicht sagen.

         Der erste Verurteilte im Bestechungsskandal "Gürtel" ist der Richter / Berufsverbot für Richter Garzón tut weh, rührt auf, spricht aber für die spanis

Baltasar Garzón, allein die Nennung dieses Namens sorgt und sorgte in Spanien, und auch dem Rest der Welt, für Anerkennung, Hochachtung aber auch Zweifel. - International nennt man Garzón den \"Tyrannenjäger\", weil er mutig Kriegsverbrecher ohne Ansehen oder deren Verwicklung in \"Beste Kreise\" angeklagt hat, und auch seine Ermittlungen gegen Staatsoberhäupter der westlichen Welt wegen angeblicher Kriegsverbrechen machten den obersten Ankläger der Nation zum Held für eine ganze Gesellschaftsbewegung. - Darüber hinaus wagte es Garzón auch gegen ehemalige Franco-Schergen im eigenen Land zu ermitteln, was ihm den Unmut aller konservativen bis rechten Kräfte in Spanien einbrachte und schließlich fiel er jetzt über seinen zu großen Eifer, bei der Aufklärung um den Bestechungsskandal \"Caso Gürtel\" im Umfeld der Partido Popular. - Man wies ihm nach, dass er Delinquenten und Verdächtige unrechtmäßig abhören ließ, und das ist der einzige Punkt, der ihm heute in seiner Verhandlung angekreidet werden konnte, und man ihn deshalb zu einem Berufsverbot von 11 Jahren verurteilte. - Das kommt natürlich dem Ende dieser schillernden wie aufregenden Karriere gleich, und für viele von uns, sicherlich der Mehrheit in diesem Land, erscheint das heutige Urteil ungerecht, unverständlich und lässt einen an der spanischen Justiz zweifeln, wenn der erste Verurteilte in einem großen Bestechungsskandal der Richter ist, welcher mit aller Macht versucht hat, den \"Bösen Buben\" ihr Treiben nachzuweisen. - Keiner zweifelt daran, dass die Angeklagten in diesem Bestechungsskandal schuldig sind, nur geht es wie immer um die Schwierigkeiten den Beschuldigten die strafbaren Handlungen nachzuweisen, und in dem Fall griff eben Grazón zu den in diesem Umstand illegalen Abhörmethoden. Wir hier, also die Stimme des Volkes, möchte das natürlich nicht einsehen, dass ein Richter, bloß weil er fleißig ist und \"ein bisschen mogelt\" daran glauben muss, denn die Abgehörten sind ja die Verbrecher und Beschuldigten, nicht der ehrenwerte Richter. - Aber so einfach ist das eben nicht, und wenn wir klar genug darüber nachdenken, gab es für das Verfahren heute überhaupt keine andere Wahl, als den Richter Grazón zu verurteilen, denn er hat sich nach Auffassung dieser Kammer nicht an das Gesetz gehalten. - Der wandert ja nicht ein, Baltasar Garzón, das wäre ja noch schöner, und das würde sogar zu öffentliche Ausständen führen, denn für viele von uns, und selbstverständlich auch für mich war und ist dieser Mann eine der seltenen wie mutigen Ikonen, welche Zivilcourage über ihre eigene Karriere stellen, und ein bisschen links war der Mann auch immer, der geborene Held der Massen einfach. - Dabei muss er es einfach ein bisschen übertrieben haben, tatsächlich sagte man ihm auch Allüren nach, welche eben an dem Beliebtheitsgrad in diesem Land gewachsen sind, denn es gab Zeiten, da feierten Baltasar Grazón viele gesellschaftlicher Schichten und Gruppen wie einen Rockstar. - Es muss einen nicht verwundern, dass diese Popularität und auch die vielen Erfolge nicht einfach nur Neider, sondern eben auch richtige Feinde hervorbringen und man möchte fast meinen, es gab seit vielen Jahren bereits einen konservative bis rechte \"Task-Force\" hier in Spanien, die sich zum einzigen Ziel gemacht haben, Baltasar Garzón zu Fall zu bringen. - Was hat man ihm nicht alles vorgeworfen, Vorteilnahme, wegen seiner Gastvorträge in den USA, die er sich natürlich hat bezahlen lassen, dann wieder Bestechlichkeit, wegen seiner Nähe zu den Ikonen der sozialistischen Partei, aber niemals war diese \"Task Force\" erfolgreich, bis eben zu dem Moment, als Baltasar Garzón, aus welchem Grund auch immer glaubte, diese Abhörmaßnahmen gegen bereits verurteilte aber eben auch lediglich Beschuldigte, wären rechtlich korrekt. - Das haben Richter nun anders entschieden und es stünde uns gut, nicht an dieser Entscheidung zu zweifeln, wenn wir selbst weiter Recht und Gesetz einfordern. - Wenn ein Richter verurteilt wird, von anderen Richtern, dann bedeutet das nicht automatisch das Ende von Gesetz und Justiz, es kann auch genau der Beweis dafür sein, dass die Justiz noch funktioniert. Auch und gerade wenn und weil er ein Held und Freund ist, vor dem Gesetz sind alle gleich, und das sollten wir als Lehre aus diesem Fall mitnehmen. - Obwohl es sich ganz anders anfühlt…

         Die Krise beginnt im Kopf / Vorne einreißen, hinten aufbauen, oder umgekehrt

Es ist interessant mit anzusehen, wie die Partei des Wachstums, des Fortschritts, der freudigen Kreditvergabe und nicht zuletzt der Subventionen nun mit starren Händen die ängstliche Politik des Vorgängers Zapateros fortsetzt. Sparen wo es nur geht, Konjunkturhilfen schiebt man in die Sankt Nimmerleins-Epoche und das Wort Subventionen wird zum internen Schimpfwort erklärt. - Nein, ich weiß es nicht, was gefährlicher für Spanien ist, die Verschuldung oder die enorme Zahl der Arbeitslosen, allerdings muss ich wohl glauben, wenn zwei Regierungen völlig unterschiedlicher Couleur hintereinander zunächst die Schulden bekämpfen wollen, auch auf Kosten weiter ansteigender Arbeitslosenzahlen, dann werden die wohl in den Madrider Schubladen noch Finanzlöcher entdeckt haben, von denen wir besser gar nichts mitbekommen. - Ausgerechnet \"unser\" Minister in Madrid, also der Kanare José Manuel Soria, welcher noch vor ein paar Monaten historische Milliardenschulden Madrids gegenüber den Kanaren eingefordert hatte, (woher diese \"historischen Schulden\" kommen, hat man uns allerdings nie erklärt) der setzt nun in seiner neuen Eigenschaft, als Minister für Energie, Industrie und Tourismus, die Kanaren plötzlich unter gewaltigen Spardruck. - Da wurde der Paulus zum Saulus, oder umgekehrt, es kommt eben immer nur auf die Lauf- oder Blickrichtung an, auf jeden Fall rückt der Ex-Vizepräsident der Kanaren ganz auf die Linie Madrids, und stellt Vergünstigungen für die Kanaren in Frage, die unter seiner Regie hier auf den Inseln von Madrid abgetrotzt wurden. - So kann es gut sein, dass zukünftig die Flughafengebühren für die Fluggesellschaften, welche auf den Kanaren fliegen, nicht mehr künstlich abgesenkt werden, sondern die auch den normalen Tarif bezahlen müssen, welcher in Spanien dafür vorgesehen ist. - Das macht die Tourismusbranche auf den Inseln ziemlich nervös, wobei niemand klare Zahlen nennt und auch die Fluggesellschaften sich noch nicht abschließend dazu geäußert haben, ob wir hier wirklich über wirkungsvolle Zahlen sprechen. - Natürlich sind die Fingerzeige deutlich, man will viele Subventionen und Vergünstigungen abschaffen, denn vielleicht sind wir doch schon näher an Griechenland, als wir uns gerne glauben machen wollen. Aber das ist der Blickwinkel aus Madrid, \"die da\" stören die Kanaren natürlich nur, eine ärmliche autonome Region, die mehr Geld aus Madrid braucht als sie einzahlt, und darüber hinaus mit vielen steuerlichen Extrawürsten beladen, und vielen Sonderzuwendungen und Subventionen bedacht ist. - Nun hat also der Kanare José Manuel Soria der Partido Popular also den Schwarzen Peter selbst übernommen, und muss seinen eigenen Landsleuten erklären, dass man in Zukunft damit rechnet, dass es keine weitere Sonderbehandlung mehr geben wird, und die eine oder andere Subvention sogar zurückgenommen werden muss. - Mitten in diesem schwierigen erzieherischen Prozess, denn José Manuel Soria muss damit so ziemlich alles, was er früher als Kanarischer \"Minister\" gesagt hat nun zurücknehmen, da kommt Carlos Cabrera, der Sprecher der palmerischen Partido Popular mit einem Vorschlag auf die Bühne, der seinem Chef in Madrid wieder mal einen Morgen verhageln wird. - Carlos Cabrera fordert nun einen alten Wunsch der Partido Popular ein, man solle doch endlich für die kleinen Inseln, bei uns \"islas no capitalinas\" genannt, also alle Inseln außer Gran Canaria und Tenerife, den Rabatt für Flug und Schiffsreisen innerhalb des kanarischen Archipels von 50% Rabatt auf deren 70% erhöhen. - Was man mit diesem, rein populistischen Geschenk konjunkturell erreichen will, außer dass die beiden Fluggesellschaften sich freuen, das erklärt man uns auch, aber eben weder schlüssig noch nachhaltig. - Denn wer zum Arztbesuch auf die anderen Inseln fliegen muss, der bekommt sein Ticket und das einer Begleitperson sowieso bezahlt, und wer auf einer anderen Insel Geschäfte machen will, oder dort Urlaub machen kann, für den sind die 10 Euro Ersparnis am Flug nach Tenerife oder Gran Canaria sicher nicht ausschlaggebend. - Da herrscht Gesprächsbedarf zwischen der neuen spanischen Zentralregierung und ihren lokalen Außenstellen, scheint ein bisschen so zu sein, als hätten die \"PPler\" (PePeisten klingt nicht so gut) in der Provinz noch nicht mitbekommen, dass nun Sparen angesagt ist, und nicht mehr nur Fordern.

         Zwergenaufstand / Aus einem finanziellen Fiasko einen Gewinn machen

Als \"Goldmine\" beschreibt der Vizebürgermeister der Hauptstadt Santa Cruz die \"Bajada de la Virgen de Las Nieves\" und setzt damit erst mal ein Ausrufezeichen, denn bislang galt die alle 5 Jahre stattfindenden Wallfahrt und die anschließende Fiesta im Ort als derbes Zuschussgeschäft seitens der Gemeinde. - Das war im Jahr 2010 auch nicht anders, wie wir bereits berichtet haben müssen die Kosten für Personal und Überstunden in den Festtagen bis ins Jahr 2015 gestreckt werden, anders kann man diese Kosten nicht schultern. - So klingt es zunächst einfach nur frech, wenn man seitens der Gemeinde so etwas behauptet, aber so ganz unrecht hat der gute Mann gar nicht, denn man kann ja alles besser machen. - Natürlich steckt da auch ein bisschen Häme dahinter, die neue Stadtregierung bestehend aus PP und PSOE will natürlich der Coalición Canaria den Schneid abkaufen in dem man sagt, wir können daraus ein Geschäft machen, aus einer Sache, bei der ihr nur draufgezahlt habt. - Was touristisch am interessantesten ist, das sind natürlich die Zwerge, welche mit dem berühmten Zwergentanz, oder auch Zwergenpolka genannt, während der Bajada für den Hauptakt des Rahmenprogramms sorgen. - Rahmenprogramm deshalb, weil der Zwergentanz ursprünglich mal gar nichts mit der religiösen Niederkunft der Jungfrau zu tun hatte, man aber bei uns immer schon dazu neigte, die religiösen Feste mit weltlichen Spektakel zu vereinen, weil die Fiesta so erfolgreicher zu sein scheint. - Inzwischen stehen im Grunde die Zwerge als Symbol für die alle 5 Jahre stattfindende Wallfahrt, die Zwerge sind bekannter als die \"Jungfrau vom Schnee\", aber das kennen wir ja nicht nur aus Santa Cruz so. - In Tijarafe nennt man die Fiesta zu Ehren der \"Virgen de Candelaria\" ja auch \"Teufelsfest\", weil eben der Feuer speiende Antichrist viel mehr Eindruck hinterlassen hat, also die Heilige Dame, um die es eigentlich geht. - Kommen wir zurück in die Hauptstadt, da tanzen die Zwerge und eben genau diese Zwerge will man nun wirtschaftlich effizienter ausnutzen. Haupteinnahmequelle sollen Souvenirs rund um den Zwerg mit dem bekannten und großen Napoleon-Hut werden, und für alles was die lokalen Kunstahndwerker und Läden \"im Angesicht des Zwerges\" verkaufen, daran soll die Stadt einen Teil abbekommen, dafür sorgt die Stadt aber auch dafür, dass es nur zugelassene oder sagen wir kontrollierte Zwerge gibt, die dann offizielle Souvenirs sind. - Andere Produkte, welche sich dann als Plagiat erweisen, die sollen verbannt werden und ich freue mich heute schon darauf, mit welcher Handhabe denn Angestellte der Stadt in einem China-Laden den Besitzer auffordern wollen, doch seine Zwerge nicht mehr zu verkaufen. - Aber natürlich ist diese Idee grundsätzlich gut, wird doch der Handel mit geschützten Souvenirs überall auf der Welt bereits von lokalen Interessengruppen geleitet, da muss man nur mal die Souvenirläden fragen, wie häufig so etwas vorkommt. - Der Stadt schweben da natürlich besonders die vielen Besucher vor, welche mit den Kreuzfahrtschiffen kommen und in der Tat ist das natürlich genau das richtig Publikum dafür. - Die suchen natürlich ein kleines Souvenir von jeder Insel die sie besuchen, und so ein Zwerg als Flaschenöffner, oder Briefbeschwerer, die dürfen doch auf keinem Fall in einem Boudoir der Dame von Welt fehlen. - Nein, ich mache mich nicht lustig darüber, es ist eben nur einfach so, dass man den Menschen, die das kaufen sollen, wenn wir schon von den Kreuzfahrern sprechen, vielleicht auch irgendwie erzählen müsste, warum man auf La Palma anstatt eines Eiffelturms oder eines Brandenburger Tors als Schlüsselanhänger einen Zwerg kaufen soll. - Man müsste also die Zwerge noch mehr in das Marketing einbeziehen, vielleicht sollte man an den Tagen, an denen die Kreuzfahrtschiffe im Hafen sind ein paar dieser Zwerge im Hafen oder in der Stadt herumlaufen lassen und die damit Werbung für die Stadt machen können. - Mal sehen ob das aufgeht, und auch wie die Läden und die Kunsthandwerker auf die Idee abfahren, einen Teil ihres Umsatzes mit Zwerg und Zwergenderivaten an die Stadt abzuführen.

         Rückwärts nimmer, vorwärts geht nicht, seitwärts ist kein Platz / Zwergschulen sollen nun doch nicht geschlossen werden

Leicht haben es die Sozialisten im Gobierno de Canarias nicht, auf der einen Seite müssen sie eben nun als Beteiligte der Regierung mit einem Hungerhaushalt klar kommen und der Bevölkerung tiefe Einschnitte als \"sozial vertretbar\" verkaufen, auf der anderen Seite aber kämpft man auch damit, überhaupt noch irgendwie als rudimentäres Element ehemaliger sozialistischer Ideale einhergehen zu können. - Das klappt in den meisten Fällen sowieso nicht mehr, die Basis hat der jetzigen Rumpfclique der PSC/PSOE sowieso schon das Vertrauen entzogen, weil man eben auf Ebene des Gobierno de Canarias und auch in einigen Cabildos Insulares, wie auch auf La Palma, einen Pakt mit der Coalición Canaria eingegangen ist. - Wieder eine Koalition der Verlierer, denn beide Parteien haben in den Wahlen zur Zusammensetzung der autonomen kanarischen Regierung deutlich an Wählergunst verloren, den eigentlichen Wahlsieger, die Partido Popular hier auf den Kanaren hat man durch diese Koalition ungebührlich und auch gefährlich marginalisiert. - Gut, das mag die Retourkutsche gewesen sein, denn im Jahr 2004 war das ähnlich, da gewannen die Sozialisten die Wahlen mit Auszeichnung, aber dann geschah eben, mit anderen Fahnenfarben genau das, (damals 2004 Partido Popular mit Coalición Canaria) was nun auch geschehen ist, die beiden Verlierer verbünden sich gegen den Gewinner, und wieder werden die Kanaren somit von den Verlierern regiert. - Greise Damen und Herren jeglichen Alters klammern sich an die Macht, oder greifen eben danach, weil es die letzte Möglichkeit für sie darstellt, überhaupt noch im politischen Zirkus irgendwie Platz zu finden. - Unter solchen Voraussetzungen nachhaltige Politik zu betreiben ist schlichtweg unmöglich, und lustigerweise verlangt das inzwischen von den Bewohnern der Kanaren auch kaum noch jemand, man kann theoretisch sogar bereits von einer gesellschaftlichen Kapitulation sprechen, egal was oder wen wir wählen, dort wo es stinkt, also am Kopf, dort ändert sich ja trotzdem nichts, und es ist uns auch langsam egal. Geschickt eingesetzt kann man aber diese Hilflosigkeit der politischen Unkultur sogar für eigene Zwecke nutzen. - Die Ankündigung der Schließung viele Zwergschulen hier auf der Insel, die so genannten \"Unitarias\", die hinterließ einen Sturmlauf der Entrüstung gegenüber der Erziehungsbehörde und damit dem Gobierno de Canarias. - Keine Frage, dass diese kleinen Schulen mit zum Teil unter 5 Schülern nicht die gleiche pekuniäre Effizienz bieten können wie ein Zentrum mit in paar hundert Schülern, aber diese Zwergschulen haben eben über mehrere Generationen den Schulanfang für die Kleinsten der Kleinen angenehm und erträglich gemacht und große Teile der Bevölkerung identifizieren sich deutlich damit. - Auch wenn sie selbst ihre Kinder längst nicht mehr in eine solche Zwergschule schicken, sondern lieber mit dem Auto in die großen Zentren bringen. - Es wurde nach den Rumoren, man wolle 12 dieser Schulen auf La Palma schließen eine Medienkampagne begonnen, welche man sich ebenso wünschen würde wegen der Asphaltwerke oder den Vorgängen im Hafen von Tazacorte, und diese Kampagne, von der man gar nicht weiß, ob denn überhaupt Lehrer, Eltern und Schüler der angesprochenen Zwergschulen dahinter standen, die endete damit, dass alle Institutionen, Gruppen und Verbände sich geschlossen, sich für den Erhalt der Zwergschulen einzusetzen. - Jetzt endlich auch die, die das Ganze bestimmen können, die zuständigen Räte und Direktoren der Schulbehörde, welche ja jetzt in der politischen Verantwortung der PSC/PSOE liegen. - Das Ergebnis ist, die Zwergschulen bleiben, zunächst noch ein weiteres Jahr, und das nicht, weil man sich seitens der PSC/PSOE ideologisch dazu verpflichtet fühlt, auch in schwierigen Zeiten sozialistische Kernthemen wie Bildung zu unterstützen, sondern weil es schlechte Presse gehagelt hätte, wenn man uns auf die Nostalgiedrüse drückt. - Rückwärts nimmer, oder zumindest nicht immer, für vorwärts ist kein Geld da, seitwärts sitzt die Opposition, solche Sozialisten braucht kein Mensch und keine Region, nur haben sie es selbst noch nicht bemerkt.

         Alles Ingenieure / Wer den Schaden hat, braucht für die Diskussionen nicht zu sorgen

Tagesgespräch bleibt fast ohne Ausnahme das Geschehen um die Bauarbeiten am Stadtstrand von Santa Cruz, und was die ersten kräftigen Wellen dieses Winters mit den bislang errichteten Abreiten gemacht haben. - Weggewischt haben die Wellen so ziemlich alles, was man bislang aufgestellt hatte, was allerdings auch noch nicht wirklich viel war. - Zunächst hat man parallel zur Avenida Marítima einen Fahrweg für die Baustellenfahrzeuge angelegt, und am nördlichen Ende bereits begonnen, die ersten Meter des nördlichen Deiches zu beginnen. - Das ist jetzt alles weg, ein paar angedeutete Reste sind noch vorhanden, und wie es nun weitergeht, das weiß so recht niemand. - Die ausführende Baufirma hat über eine Anfrage des zuständigen Baurates der Stadt wissen lassen, dass man umgehend die Fahrstraße wieder aufbauen will, um die Bauarbeiten am Stadtstrand so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. - Ob man sich das gut überlegt hat, das wissen wir dabei natürlich nicht, und auch der Stadtrat gibt eben nur wieder, was er kurz und knapp vom Verantwortlichen der Firma gehört hat. - Die allerersten Fragen die sich stellen sind natürlich, kann das jederzeit wieder gesehen, waren das ungewöhnlich hohe Wellen und warum hat man das nicht voraussehen können? - Ungewöhnlich hoch waren die Wellen nicht, solche Winterdünung trommelt öfter mal an die Küstenbefestigungen von Santa Cruz, im Gegenteil, man kennt sehr viel schlimmere Wellenereignisse aus der jüngsten Geschichte, und muss wohl fürchten, dass solche Vorkommnisse zwar nicht an der Tagesordnung sind, wohl aber in den Wintern mit Regelmäßigkeit geschehen. - Daraus schließt man natürlich auch, dass man das wohl voraussehen konnte, wohl aber einfach nicht damit gerechnet hat. - Dabei entsteht nun wieder die Frage, hat man seitens der Firma einfach auf Glück gesetzt, dass man diesen Winter ohne hohe Dünung hinbekommt, oder war das einfach nicht mit im Kalkül, und man muss nun das Schlimmste für den weiteren Verlauf der Arbeiten fürchten. - Ganz interessant dabei ist, wie des Volkes Meinung dazu ist, und wer nun alles aus dem berühmten Mustopf kriecht, um sein Wissen mit uns zu teilen, ob wir nun wollen oder nicht. - Da werden Spezialisten zitiert, mit interessanten Erklärungen, Sie wissen schon die Spezialisten a la \"Russlandexperte\", weil der Bruder schon mal Russisch Brot gegessen hat oder China-Experte, weil die Frau beim Chinesen ein billiges Spaghettisieb erstanden hat. - Ein solcher meint, das wäre alles schon in Ordnung, das Meer hätte nun das ganze Material dorthin befördert wo es hingehört und damit der ausführenden Firma eine Menge Geld gespart, weil man sonst später das Material per Kran dorthin hätte bringen müssen. - Gut, wenn das Meer es gewollt hätte, dass dort ein Strand ist, dann hätte das Meer dort einen Strand hingeschüttet, so kommt es natürlich gleich auf diese Expertenmeinung zurück, und so ganz logisch erscheint mir angesichts der Zerstörungen die Aussage auch nicht, die Firma hätte damit Geld gespart. - Ein anderer Spezialist, wohl für Versicherungen, der meint, das sei eine willkommene und fast geplante Geschichte, die Firma sei gegen solch Ungemach versichert, und nun könne man viel Geld einstecken. - Wir scheinen alle viel Zeit zu haben Verschwörungstheorien zu entwerfen, denn auch das scheint mir nun so gar nicht plausibel, die meisten Baufirmen verdienen tatsächlich mit Bauen ihr Geld, nicht damit, die Versicherungen abzuzocken. - Die allermeisten aus \"Volkes Stimme\" aber meinen schlicht und einfach, man solle doch die Geschichte mit dem Stadtstrand einfach sein lassen, einmal bräuchte man das Geld eh dringender für andere Sachen, wir reden über 30 Millionen Euro, und dann hätte man ja gesehen, dass der Atlantik dort keine von Menschenhand errichtete Arbeit dulden wird. - Was wir natürlich nicht wissen ist, ob denn, wenn die beiden Dämme erst fertig sind, die Dünung so weit abgehalten wird, dass der Strand dort wohl in Sicherheit ist. - Das werden wir letztendlich erst erfahren, wenn das Ganze fertig ist und den ersten Winter abgeritten hat. - Ein bisschen viel Risiko, 30 Millionen Euro sind kein Bananenstiel, und auch wenn die Idee mit dem Stadtstrand lockt, und wenn fertig, sicher auch mal rockt, irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, wir übernehmen uns mit diesem Strand und den Erwartungen an seinen Nutzen ganz gewaltig. - Vielen Dank für die Übersendung der vielen frischen Bilder, ich habe die von Herrn Stumreich ausgewählt, weil man da mit Datum versehen den \"Vorher - Nachher - Effekt\" gut erkennen kann.

         Klassik allerorten / Mit 300 PS und Chauffeur ins Konzert

Ödi Jonitz rettet uns mal wieder mit seinem Kulturtipp vor den Abgründen perfider Lokalpolitik, oder schonungslosem Wehgejammer über die unergründlichen Wege Europäischer Subventionspolitik. - Darüber hinaus macht er einem richtig schöne Augen und Ohren, einmal mit Klassikkonzerten, für die Ohren, und auf der anderen Seite lädt er uns ein, mit 300 PS und Chauffeur ins Konzert zu fahren. - Das hat´s drauf, der Ödi. Klassik allerorten Alle Jahre wieder kommen die Freunde der klassischen Musik besonders in den Monaten Januar und Februar auf ihre Kosten. Mit Schwerpunkt auf den Hauptinseln Teneriffa und Gran Canaria findet dann das \"Festival de Música de Canarias\" statt. Über lange Zeit hinweg hat es sich zu einer beachtenswerten Veranstaltung gemausert, in der sich die Stars der ernsten Musik die Klinke in die Hand drücken. Durch die Etatkürzungen der kanarischen Regionalregierung - vor allem im Bereich Kultur - kommt das Programm heuer etwas ausgedünnter daher, trotzdem stehen nach wie vor außerordentlich klangvolle Namen auf dem Plakat, wie z.B. das Mozarteumorchester aus Salzburg, die Academy of St. Martin in the Fields oder die katalanische Truppe La Fura dels Baus. Damit die peripheren Inseln nichts zu jammern haben werden kleinere Ensembles auf die Reise an die Ränder des Archipels geschickt, und so kamen und kommen wir in den Genuss von vier exquisiten Konzerten, auf fast die gesamte Insel verteilt. Den Schlusspunkt bildet am kommenden Montag das Oslo String Quartett, welches im archäologischen Museum in Los Llanos ihr Bestes gibt. Es ist wirklich schade, dass für diese Art von Veranstaltungen keine geeigneteren Räume zur Verfügung stehen. Der Museumssaal ist ausgesprochen nüchtern und eher für Konferenzen und Vorträge konzipiert. Und der wunderschöne Saal im Casino der Sociedad Aridane an der Plaza ist schlicht zu klein. Beginn ist um 20.30 Uhr, gespielt werden Werke von Beethoven, Wallin und Grieg. Vorverkauf gibt es keinen, man kann aber beim Cabildo Karten reservieren. http://www.festivaldecanarias.com http://www.festivaldecanarias.com/ Der von meinem Opernfreundeverein ACAPO veranstaltete Kammermusikzyklus im Teatro Circo de Marte in Santa Cruz jagt von Erfolg zu Erfolg. Die bisherigen vier Konzerte waren gut besucht und hatten ein enorm hohes musikalisches Niveau. Das gilt nicht nur für die auswärtigen Musiker aus aller Welt, sondern in gleichem Maße für die palmerischen Künstler, welche die letzten beiden Konzerte durchgeführt haben. Am Mittwoch, dem 08. März, bekommen wir mal wieder Besuch von ganz weit weg. Timur Gasratov begann seine Karriere in Odessa in der Ukraine, an den Musikhochschulen von Paris und Freiburg komplettierte er seine Studien mit Auszeichnung. Die Fachpresse beschreibt ihn als eines der herausragenden Talente seiner Generation. In den letzten Jahren gewann er erste und zweite Preise in über einem Dutzend Klavierwettbewerbe in ganz Europa. Als festes Standbein dient ihm eine Klavierprofessur an der Freiburger Musikhochschule. Timur wird Werke von Mozart, Tschaikowski, Liszt und Chopin spielen. Beginn ist um 20.30 Uhr, Karten gibt es zum krisenfreundlichen Preis von € 10 an der Abendkasse. Es sind stets genügend Plätze zu haben, auch für Musikfreunde mit etwas weiterer Anfahrt. Wer daran zweifelt, der darf bei mir telefonisch vorbestellen, 607 687418. Im Valle Aridane bekomme ich ja oft zu hören, der Weg sei so weit, man wolle bei Nacht nicht mehr bis in die Hauptstadt fahren. Wie wäre es mit dem Bus? Die Verbindung läuft halbstündlich, von der Haltestelle sind es fünf Gehminuten ins Theater. Wer z.B. um 19 Uhr in Los Llanos einsteigt und um 22.45 die Rückfahrt antritt hat sogar Zeit für ein Gläschen vor und nach der Vorstellung und ist gemütlich vor Mitternacht wieder zuhause. Die kalkulatorischen Koryphäen der Busgesellschaft haben einen Fahrpreis von € 2 pro Strecke errechnet, per \"Tarjeta Bono\" nochmals ermäßigt auf € 1,60. Mit 300 PS und Chauffeur ins Konzert, das hört sich doch gut an, und das Gewissen bleibt angesichts der freundlichen CO2-Bilanz beruhigt. Mit freundlichen Grüssen Ihr Kulturbeauftragter Ödi Jonitz

         Die vergessene Jungfrau / Kein Überblick mehr über die SchutzheiligInnen

Die \"Virgen de Las Nieves\" ist die Schutzpatronin der Insel. - Stimmt nicht, genau so wenig, wie sie die Patronin der Hauptstadt Santa Cruz ist, zumindest nicht ursprünglich, aber wie wir es ja erleben können, selbst solche zeitlosen Erscheinungen wie Schutzpatrone oder Heiligenfiguren unterliegen wohl modischen Strömungen. - Es gibt ein großes Durcheinander bei den Schutzpatronen auf dieser Insel, und fangen wir mit dem größten Irrtum ab, die \"Virgen de Las Nieves\" sei die Patronin dieser Insel. - Ist sie nicht, sagte ich ja schon, sie ist vielleicht die religiöse Figur dieser Insel welche die größte Devotion erfährt, aber Schutzpatron, wie auch Namensgeber der Insel ist und bleibt weiterhin der \"San Miguel Arcángel\", also der Erzengel Michael. - Ja, so ist das und das mit dem Namen ist auch richtig, denn eigentlich heißt diese Insel San Miguel, und das La Palma war früher nur ein besitzanzeigendes Beiwort, da eben viele spanischen Besiedlungsinteressen von Leuten aus Palma, dem auf Mallorca bestimmt wurden. - Später, viel später einigte man sich politisch darauf, diese Insel einfach nur noch \"La Palma\" zu nennen. - Das kann man sehen wie man will, ich finde San Miguel auch nicht schlecht, zumindest würde man uns dann nicht mehr weiter mit Las Palmas und Palma de Mallorca verwechseln. - Darüber hinaus steht uns ja ab und zu auch der Sinn nach einem kompletten Neuanfang, Sie wissen schon, nach dem Motto: Noch mal ganz von vorne anfangen, und das dann gleich auch unter einem neuen, in dem Fall alten Namen. - Aber ich schweife ab. - Das haben wir also geklärt, und auch ist die Virgen de Las Nieves nicht die Schutzpatronin der Hauptstadt, zumindest nicht ursprünglich, sie wurde erst später dazu erklärt, und das eigentlich auch nur ehrenhalber. - Patronin hc, das ist ja auch mal eine interessante Geschichte, möchte man meinen, aber das ist gar keine seltene Angelenheit, sondern wir erleben das immer wieder. - Auch bei uns in El Paso gibt es ja die bekannte \"Virgen del Pino\", also die Jungfrau von der Kiefer, und jeder möchte natürlich meinen, das sei die Schutzpatronin des Ortes, schließlich macht die ja sogar alle drei Jahre eine Wallfahrt in den Ort. - Aber die wirkliche Patronin des Ortes El Paso ist die \"Virgen de la Bonanza\", so heißt auch die Kirche und die Gemeinde, die Virgen del Pino ist auch \"nur hc\", aber das eben so gewaltig, dass die eigentliche klerikale Hauptperson \"Nuestra Señora de la Bonanza\" zwar nicht in Vergessenheit gerät, aber eben doch zur Nebenfigur wird. - Dabei heißt Bonanza Aufschwung, Wohlstand, aber auch ruhige See, alles Dinge die wir Sünderlein doch eigentlich viel dringender brauchen als eine Kiefer… Immerhin, in El Paso hat man \"die Jungfrau vom Wohlstand\" nicht gänzlich vergessen, man feiert aber auch noch die \"Virgen de la Fátima\", zumindest wenn man im Stadtteil Tacande wohnt, und seit dem letzten großen Brand ist uns auch die Santa Cecilia noch ganz nahe, denn knapp vor der Kapelle der Schutzheiligen der Musik und der Musiker, brachten die Feuerwehrleute das Feuern zum Stehen und El Paso wurde nicht von dem großen Flächenbrand heimgesucht. In der Hauptstadt allerdings hat man die wirkliche, die wahre, allerdings eben nicht mehr die einzige Patronin, die Santa Águeda schon fast vergessen, die hat nicht mal mehr einen Feiertag, geschweige denn eine Prozession, keiner kennt die Dame mehr und so kommt es nicht von ungefähr, dass nun klerikale Traditionalisten den Jungfrauenaufstand planen und von den weltlichen Würdenträgern fordern, der Santa Águeda wieder Aufmerksamkeit zu schenken. - Bei der guten Dame handelt es sich übrigens um die \"Jungfrau Agatha von Catania\" oder auch \"von Sizilien\" eine Märtyrerin mit einer unschönen Vita, allerdings soll das bei den allermeisten Märtyrern im Allgemeinen nicht viel anders sein. - Seit 1574 befindet sich die Statue mit der Santa Águeda in der Hauptstadt, aus Sevilla hat man das Abbild der Agatha gebracht und zunächst beherbergte eine Kapelle mit dem Namen der Jungfrau die Statue. - Später aber brauchte man den Platz, die Hauptstadt wuchs und da wo früher die Kapelle der Santa Águeda stand, da befindet sich heute das \"Hospital de Dolores\". - Dort kann man die Stadtpatronin auch immer noch besuchen, und wenn es nach den Traditionalisten und sowieso dem Historiker der Stadt geht, dann gibt es zukünftig einen weiteren Feiertag in Santa Cruz, nämlich den 5. Februar, denn das ist der Tag der \"Jungfrau Agatha von Catania\". - Mal sehen, ob auch klerikale Nostalgie bei uns zieht, allerdings könnte ich mir vorstellen, dass man in der Stadtverwaltung nach den schweren Schäden, welche der hohe Wellengang an den Arbeiten zum Stadtstrand angerichtet hat, andere Probleme hat. - Aber wer weiß, vielleicht hat man ja auch die einzig wahre Patronin der Stadt verärgert, weil man ihr eine andere vor die Nase gesetzt hat, und deswegen läuft einiges schief, und auch olle Erzengel Michael ist auf uns sauer, weil wir dauernd die Jungfrau vom Schnee anbeten, und deshalb hat man uns die Coalición Canaria geschickt, so wie den Deutschen die FDP.

         Der Blanke Juan / Der Strand in der Hauptstadt ist weg, noch bevor er da war…

Viele hatten die Probleme ja vorausgesagt: Wartet nur, bis richtig heftige Dünung kommt, dann werdet ihr schon sehen, ob man dort vor der Hauptstadt einen Strand bauen kann. - Heute würde man erst mal sagen, Nein, man kann dort keinen Strand bauen, denn die heftige Dünung hat die bereits begonnenen Bauarbeiten zum Stadtstrand nicht nur unterbrochen, sondern derart große Schäden an der bislang bereits erstellten Arbeit verursacht, dass man wohl oder übel das ganze Unterfangen neu überlegen muss. - Zumindest muss man überlegen, ob man die Arbeiten im Winter fortsetzen kann, denn wenn die beiden Deiche, welche den Strand, und damit auch die dahinter liegende Stadt schützen sollen erst mal fertig sind, dann kann es schon anders aussehen. - Aber eben nur kann, so richtig scheinen das nicht mal die Ingenieure der ausführenden Baufirmen zu wissen, denn ansonsten hätte es diese großen Schäden ja nicht gegeben. - Die extra für die Bauarbeiten erstellte Fahrstraße parallel zur Avenida Marítima ist auf mehreren hundert Meter ins Meer gerissen worden, an ein weiterarbeiten ist im Moment nicht zu denken, man muss zunächst wieder alles auffüllen, was das Meer sich mitgenommen hat, bevor man daran gehen kann, die Arbeiten wieder aufzunehmen. - Es ist dann natürlich auch nicht ausgeschlossen, dass solche \"Unwetterchen\", denn ein echtes Unwetter war das gar nicht, immer wieder die Bauarbeiten unterbrechen und eben sogar das Gesamtkonzept erneut in Frage stellen. - Von offizieller Seite ist zu dem Vorfall noch nichts zu hören, aber nun kommen eben alle Kritiker des Idee Stadtstrand sofort aus ihren Ecken gelaufen und können mit Häme, und eben auch einen bisschen Recht auf die Visionäre eindreschen, die immer behauptet haben, das Meer und alles andere auch im Griff zu haben. - Solche Unfälle kommen natürlich immer zur \"Unzeit\", wieder versenkt man Gelder im Meer, und die Diskussion um, was denn eigentlich noch wichtig ist, und was man alles von Steuergeldern bezahlen sollte, wo uns doch die Schulden an allen Ecken und Enden drücken, die wird nun noch kräftiger angestoßen werden. - Das wird kein Leichtes sein für die Hauptstädter, ihren zukünftigen Stadtstrand weiterhin als nützliche Wertschöpfung zu verkaufen, wo man sich doch in dem Moment, wo man den ersten echten Meter Deich bauen will, sich gleich derbe nasse Füße holt. Die Dünung muss so stark gewesen sein gestern auf der Ostseite, dass auch das Olsen-Fährschiff so große Probleme hatte, dass die Passagiere aus Tenerife wohl fast 2 Stunden warten musste, bevor sie das Schiff verlassen konnten. - Der Trimaran Benchijigua Express konnte zunächst nicht an seiner eigentlichen Rampe anlegen, die Bewegungen des Schiffes waren einfach zu heftig dafür. - Man suchte sich danach einen anderen Platz, parallel zur großen Hafenmole, wo es dann schließlich gelang, wenigstens die Passagiere vom Schiff zu lassen. - Die Autos und die Fracht, die konnten dann aber erst 2 weitere Stunden später vom Schiff, nachdem sich die Dünung etwas beruhigt hatte gelang es doch noch dort anzulegen, wo die extra für das Schiff angelegte Rampe ein Be- und Entladen des Schiffes erlaubt. - Mit großer Verspätung konnte man schließlich doch noch wieder zurück nach La Gomera und Tenerife fahren, Geduld war gefragt bei den Passagieren. - Am Flughafen gibt es bei den Winden aus Ost oder Nordost keine Probleme, dort können nur Fallwinde aus dem Süden oder Westen den Flugverkehr beeinträchtigen, und solche Winde hatten wir den gesamten Winter über noch nicht.

         1 % Politiker, 2 % Angehörige / und ein weiteres Prozent hat mal wieder keine Ahnung

Umfragen können lustige Ergebnisse bringen, und die Fragen intelligent gestellt, muss man sich manchmal sogar vielleicht Sorgen machen, denn anonyme Umfragen können durchaus auch mal für Unverständnis sorgen. - Allerdings kann man Umfragen auch einfach gestalten, man kann die Frage so stellen, dass eben alle die gleiche Antwort wählen, als Beispiel: Sind Sie lieber arm und krank, oder reich und gesund? - Gut, sicher wird selbst diese Umfrage kein einhundertprozentiges Ergebnis bringen, ein paar sind lebensmüde, ein paar Pharmavertreter, und einige sind immer dabei, die glauben selbst noch bei anonymen Umfragen sich zum Rebell bekennen zu müssen… Na ja, Umfragen sind geduldig, manchmal interessant, manchmal erschreckend, und manchmal erschreckend langweilig und manchmal kann man auch aus der Umfrage herauslesen, wer denn für was gestimmt hat. - Natürlich sind die allermeisten Umfragen nicht repräsentativ, meisten selbst die nicht, welche sich als solche betiteln, aber niemand von uns ist repräsentativ, sondern erst in der Gemeinschaft kann so etwas wie ein kleinster gemeinsamer Nenner und später sogar mal Demokratie entstehen. - Gut, Sonntagabend neige ich sogar manchmal mir selbst gegenüber nicht demokratisch zu sein, ich starte dann aber schnell eine Umfrage mit mir und entscheide dann nach dem strikten Prinzip der Mehrheit. - Wer zuerst eingeschlafen ist sagt piep, und wer sonst nichts zu tun hat, der kann sich ja ein Loch in die Kniescheibe bohren und Buttermilch durchgießen. - Wenn solche Entscheidungen dann durch eine mehrheitliche Abstimmung erreicht wurden, umso besser, und wer gerade keine Buttermilch zur Hand hat… Mehr als anderthalb Stunden Privatfernsehen machen dann doch blöd, aber die Batterien in der Fernbedienung geben nichts mehr her und zum Wechsel des Programms hätte ich aufstehen müssen, konnte mich aber dazu, trotz einer internen Umfrage, nicht entschließen. - Langsam lassen die Schmerzen wieder nach, ich werde mir für zukünftige Fälle einen Pflasterstein neben das Sofa legen, lassen die Batterien dann wieder mal nach, kann ich den Stein in den Apparat werfen, und ich werde erlöst. - Theoretisch könnte man sich auch Batterien neben das Sofa legen, sicher, aber die helfen nicht nachhaltig gegen das Privatfernsehen. - Anders habe ich mir das Rauchen auch nicht abgewöhnt, ich habe nicht Nikotinpflaster, sondern Pflastersteine genommen, robuste und endgültige Lösungen braucht unsere Gesellschaft. - Umfragen gibt es hier in den Medien auch reichlich, und manchmal mache ich diese Umfragen auch mit, Sie wissen schon, für einen ganz kleinen Moment hat man dabei das Gefühl, ganz wichtig zu sein, vielleicht könnte man damit sogar den Wulff ärgern, oder so ein bisschen die Welt verändern, zum Guten natürlich, wenn man nicht gerade schlecht drauf ist, also FDP-Wähler in Deutschland oder PSOE-Wähler auf La Palma. - Die schönste Umfrage, und damit auch das Fundstück der Woche, ist für mich die aktuelle Umfrage der Online-Zeitung \"elapuron.com\", welche sich inzwischen sehr erfolgreich um rein palmerische Themen kümmert. - Der Text der Umfrage könnte nicht klarer sein: \"Sind Sie dafür, dass Politiker, welche öffentliche Gelder verschwenden, strafrechtlich dafür belangt werden sollten? - Gut, die Umfrage ist anonym, ich verrate Ihnen aber dazu mal, dass meine Stimme nicht bei den ein, oder zwei Prozent zu suchen ist, sondern bei einer anderen Zahl. - Schön aber ist, dass auch ein Prozent Politiker, zwei Prozent Angehörige von Politikern abgestimmt haben und haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum auch immer ein paar Prozent bei Abstimmungen teilnehmen, die von sich selbst behaupten, keine Ahnung, oder keine Meinung zu haben? Sechsundneunzig Prozent wollen, dass Politiker sich strafrechtlich zu verantworten haben, wenn sie Steuergelder verschwenden, stellen Sie sich mal vor, wir wären eine Demokratie…

         Lasst uns die Mandeln retten… /… zum fünfzigsten Mal

Anlass zu dieser, nun wirklich nicht neuen Idee ist, wie immer das Mandelblütenfest, welches uns eben jedes Jahr wieder aufs Neue dazu bringt, mit Nostalgie aber eben auch wirtschaftlichem Interesse mehr hinter dem Mandelbaum zu erblicken als diese, fast schon freche Schönheit der blühenden Bäume. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da galten die Mandeln aus La Palma und auch den anderen kleinen Kanareninseln bei Süßwarenherstellern in Europa als teure Delikatesse. - Sei es nun der \"Nougat de Montelimar\" oder viele der spanischen \"Turrones\", wer damals auf sich hielt, der verarbeitete auch kanarische Mandeln, obwohl die immer ein Stückchen teurer waren als die vom Festland. - Irgendwann aber kamen die Mandeln so billig aus Amerika auch über die Alte Welt gestreut, die langen flachen Mandeln in Paradegrößen, eine wie die andere, und dadurch auch viel einfacher zu verwerten und zu kalkulieren. - Unsere dicken, kleinen Früchte sind zwar süßer und auch ölhaltiger, aber eben teurer und auch schwerer zu verarbeiten, zumal der Arbeitsgang, in welchem man die Schale entfernt, bei unseren Mandeln viel mehr Ausschuss produziert, als bei den modernen Züchtungen aus Amerika. - Irgendwann ging die Nachfrage nach unseren Mandeln so weit in den Keller, dass die Kooperativen den Vertrieb einstellten, es lohnte sich einfach nicht mehr diese Früchte zu exportieren.- Seitdem werden die wenigsten Bäume noch abgeerntet, jeder holt sich etwas für den Hausgebrauch, und auch nur noch wenige Bäckereien machen die berühmten \"Almendrados\", die saftigen Mandelkekse mit unseren heimischen Früchten, obwohl man genau dabei den Geschmacksunterschied deutlich schmecken kann. - Die wirtschaftliche Bedeutung der Mandeln tendiert seit dem hier bei uns auf der Insel gegen Null, was bleibt ist der touristischen und landschaftliche Reiz dieser Bäume, welche nicht nur eine extrem schöne Blüte haben, sondern eben auch noch eindrucksvoll den \"Phoenix-Effekt\" aufzeigen. - Im Winter stehen diese, oft kleinwüchsigen Bäume krüppelig und dürr da, und wer es nicht besser weiß, der wird sich vielleicht sogar denken, schade dass man das tote, hässliche Baumgestrüpp dort nicht entfernt, um dann eben, nach der Blüte, von einer nicht vorstellbaren Wiedergeburt überrascht zu werden. - So genießt bei uns der Mandelbaum auch ein Stück mystische Gewalt, dient uns als Warnung und Beispiel, nicht alles, was augenscheinlich oder oberflächlich betrachtet bereits abgestorben scheint, gehört bereits auf den Müll oder auf den Schuttabladeplatz der Ideen, zweite, dritte, vierte und viele weitere Frühlinge sind öfter greifbar, als man vielleicht glauben mag. Das hat aber den volkswirtschaftlichen Beitrag der Mandeln hier auf der Insel auch noch nicht wieder herstellen könne, trägt aber eben auch immer wieder dazu bei, dass wir wieder und wieder versuchen, den Mandeln eben auch ihre, oder eine wirtschaftliche Bedeutung zurück zu geben. - An wie viele Kampagnen kann ich mich noch erinnern, sei es nun von den Gemeinden ausgegangen, oder von der Inselregierung, in denen man Arbeitslose oder Schulklassen in die Berge schickte, um unter Anleitung den Pflegeschnitt der Bäume zu erlernen, oder wie oft hat man die lokalen Verbraucher aufgefordert, doch darauf zu achten, nur Produkte mit heimischen Mandeln zu kaufen. - Bislang war alles Nostalgie und guter Wille, gefruchtet hat nichts davon, unsere Mandeln scheinen im globalen Wettbewerb einfach nicht mehr richtig \"getaktet\" zu sein, ob nun klein, rund oder gar mystisch, auf solch Attribute aus der rührseligen Nostalgiekiste setzt eben heute kein Süßwarenhersteller mehr. - Jetzt sind wieder ganz schlaue Leute dabei unsere Mandeln zu retten, nun versucht man zunächst mal den Bestand unserer Bäume und deren Fruchtsorten zu analysieren, um dann eventuelle Verbesserungen vorzuschlagen oder eben für jede Anwendung genau die richtigen Sorten zu bestimmen. - Alle meine guten Wünsche begleiten diesen neuesten Versuch, unsere aufwendige und wenig intensive Landwirtschaft irgendwie fit zu machen für den globalen Markt, allerdings fürchte ich, im kommenden Jahr einen weiteren Artikel über das gleiche Problem zu verfassen, dann über den Versuch einundfünfzig.