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WASSER
Wasserverbrauch der Insel

Niemand weiß, wie viel Wasser auf der Insel gefördert wird.
Statistiken darüber werden kaum erstellt, weil über die einzelnen Wasserförderungen unterschiedliche Zahlen vorliegen.
         Deshalb muß die Behauptung, La Palma lebe auf Pump, von einem anderen Gesichtspunkt her erläutert werden. Der geht von den jährlichen Niederschlägen aus, die letztendlich die einzigen Süßwasserresourcen der Insel darstellen.
         Eine realistische Schätzung ist, daß jeder palmerische Quadratmeter Oberfläche im Jahr durchschnittlich 350 Liter Niederschläge empfängt.

Diese Menge kommt indes nicht vollständig den Galerien, Quellen und Brunnen zugute. Höchstens 10% tauchen bei der Wasserförderung wieder auf. Der Rest verdunstet, ehe er in den Boden eingedrungen ist oder läuft bei starken Regenfällen ungenutzt ins Meer, ein großer Teil wird von der Vegetation aufgenommen und verdunstet hernach.
         Das derzeit verfügbare Süßwasser beläuft sich somit auf eine Regenmenge, die nur maximal 35 Litern pro Inselquadratmeter entspricht.

Das ist gemessen am tatsächlichen Verbrauch ziemlich wenig. Allein das für die Bananenkulturen benötige Wasser ist mehr, als die 35 Liter liefern könnten.
         Jährlich werden ungefähr 120.000 Tonnen Bananen produziert. Für jedes Kilo Bananen werden mindestens 400 Liter Wasser benötigt, insgesamt also 48 Billionen Liter.
         Wenn man diese Billionen gleichmäßig auf der 706 Quadratkilometer großen Insel ausschütten könnte, entspräche dies einer Niederschlagsmenge von etwa 68 Litern Regen.

Das sind Zahlen, die der Kanarischen Regierung durchaus bekannt sind. Deshalb ist vor elf Jahren ein Wassergesetz erlassen worden, das sich im Großen und Ganzen an ein auf nationaler Ebene ausgearbeitetes Gesetz hält. Darin ist als Grundtenor festgehalten, daß alle Süßwasservorkommen öffentlicher Besitz sind und demnach von der Öffentlichen Hand verwaltet und verteilt werden.
         In Anbetracht der Besonderheiten der Wasserförderung und -verteilung auf den Kanarischen Inseln wurde von dem national erlassenen Wassergesetz etwas abgewichen und ein Zeitraum von 50 Jahren festgelegt: Innerhalb dieser Frist muß jegliches Privatwasser in öffentlichen Besitz übergegangen sein.

Schwerwiegende juristische Bedenken besonders hinsichtlich der zu leistenden Entschädigungen an die privaten Besitzer haben dazu geführt, daß dieses Wassergesetz noch nicht in Kraft treten konnte.
         Zudem eilt es nicht einmal den Gesetzgebern damit, denn die Öffentliche Hand müßte eine zusätzliche Verpflichtung übernehmen, der sie bislang sorgfältig ausgewichen ist: der Verteilung des Wassers.

Aus: La Palma Info Nr. 18, Jahresausgabe 2001 - 2002

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