Die
vielen Wasserrohre, die überall auf der
Oberfläche von La Palma verlegt sind, lassen
sich nicht übersehen.
Außenstehende rügen immer mal das
unästhetische Aussehen dieser Leitungen
und reden von Verschandelung der Landschaft.
Aber so haben das die Bewohner der Insel nie
gesehen. Für sie war wichtig, und ist es
noch, daß sie Wasser dahin bekommen, wo
sie es brauchen zum Haus, zum Acker,
zur Plantage, zu industriellen Anlagen.
Das Wasser auf der Insel wurde seit eh und
je weitgehend privatrechtlich gewonnen und zum
Ort des Verbrauchs geleitet. Daran hat sich
bis heute nur wenig geändert, und deshalb
gibt es keinerlei Übersicht, keinerlei
Plan.
Niemand weiß hundertprozentig und inselweit
Bescheid, welche Rohre wohin führen. Manchmal,
wenn Rohre schon lange außer Betrieb sind,
ist auch vergessen, wem eine solche scheinbar
aufgelassene Wasserleitung gehört oder
mal gehört hat, aber sie muß liegengelassen
werden das Gewohnheitsrecht gebietet
das.
Schließlich könnte ja mal jemand
kommen und behaupten, sein Großvater habe
das Rohr seinerzeit gelegt, und man wolle es
nun wieder in Betrieb nehmen.
Selbst Kenner der Materie, sei es, weil sie
beruflich mit der Wasserverteilung zu tun haben,
sei es weil sie sich aus anderen Gründen
dafür interessieren, wissen immer nur um
Teilbereiche der vielen Leitungen und Kanäle.
Wenn man alle Rohre mit einem Kontrastmittel
versehen und danach ein Foto aus der Luft machen
könnte, wäre damit zwar eine Schätzung
über die Anzahl der verlegten Leitungen
möglich, aber eine Ordnung trotzdem nicht
erkennbar, obwohl es sie gibt.
Aus: La Palma Info
Nr. 18, Jahresausgabe 2001 - 2002