In
den küstennahen Städten und Ortschaften
wie Santa Cruz de La Palma, Hafen Tazacorte
und Puerto Naos gingen früher die Abwässer
entweder ungeklärt ins Meer oder in Sickergruben
unter den Häusern.
Manche entsinnen sich: In manchen engen Gassen
der Inselhauptstadt roch es bisweilen unangenehm
nach Kloake. Mit einer verbesserten Trinkwasserversorgung
als solcher und dem damit verbundenen Mehrverbrauch
an Wasser konnten derartige Abwasserbeseitigungs-Praktiken
nicht aufrecht erhalten werden.
Die oben genannten Orte haben deshalb inzwischen
Kläranlagen.
Deren Betreibung ist hierzuinsel noch nicht
so ausgereift, wie man sich das wünschen
möchte. Die Anwohner haben häufig
unter Gruchsbelästigung zu leiden. Wenn
Defekte auftreten, kann es bis zu deren Behebung
lange dauern.
Vor fast zwei Jahren ramponierte ein ungewöhnlich
heftiger Oststurm mit Springflut die Kläranlage
von Santa Cruz, so daß sie außer
Betrieb genommen werden mußte.
Die Abwässer wurden danach monatelang unbehandelt
ins Meer entlassen und verschmutzten, von der
vorherrschenden Nord-Süd-Strömung
abgetrieben, die Küste bis hin zum Tourismuskomplex
Los Cancajos.
Auf La Palma ist die Wiederverwendung von geklärten
Abwässern zwar ausge-sprochen erwünscht,
aber technisch nur schwer durchführbar.
Besonders bei in Küstennähe angelegten
Kläranlagen müßte das Wasser
in höherliegende Tanks gepumpt werden,
um es für Bewässerungszwecke heranziehen
zu können.
Für die sogenannten Regional-Kläranlagen,
wie sie in Los Llanos de Aridane für das
Aridane-Tal und auf der Ostseite der Insel in
den Breñas geplant sind, ist durch die
höhere Lage eine Wiederverwendung des Wassers
eher möglich.
Überhaupt nicht vorgesehen ist die Aufbereitung
der gereinigten Abwässer zu Trinkwasser.
Eine Reihe von technischen, geologischen und
geographischen Hindernissen lassen dies nicht
zu. Beispielsweise können keine filternden
Rieselfelder angelegt werden.
Aus: La Palma Info
Nr. 17 Winter/Frühjahr 2001