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WANDERN
Auf Schusters Rappen

Der Südteil wird gebildet aus ca. 120 verschiedenen Vulkanen, von denen einige noch in den Jahren 1949 und 1971 tätig waren.
Wer diesen Teil des Südens durchwandert, befindet sich in einer bizarren Welt. Am Vulkan Teneguía strömt noch heute die heiße Luft an vielen Stellen aus dem Krater.

Der Boden besteht überwiegend aus vulkanischer Asche (Lapili), die man ähnlich wie auf Lanzarote für den sogenannten Trockenweinanbau in Fuencaliente benutzt.

Der Norden ist das krasse Gegenstück zum Süden und lockt mit einer eigentümlich rauhen Landschaft.
         Hier finden wir die großen Nebel-, Regen- und Lorbeerwälder, die aus den Passatwolken die nötige Feuchtigkeit erhalten.

Tiefe Schluchten, gebildet durch Erosion, faszinieren jeden Besucher der Insel.
Dieses Gebiet war über Jahrzehnte vom Rest der Insel isoliert, weshalb man noch heute auf abgelegene Fincas, Köhler und auf Ziegenhirten stößt.

Das Weltnaturschutzgebiet Los Tilos mit seiner reichhaltigen Vegetation ist ein Paradies für jeden Pflanzenliebhaber.

Und natürlich nicht zu vergessen ist die hohe Steilküste des Nordens, wo die gewaltigen Wellen des Atlantiks an die Klippen schlagen, so daß die Gischt meterhoch durch die Luft sprüht.
         Wer es etwas lieblicher mag, geht in den Nordwesten. Hier treffen Sie jede Menge Mandelbäume an.

Zwischen Januar bis März übertrumpfen die Mandelbäume mit ihrer weißen und rosaroten Blütenpracht die ehrwürdigen Drachenbäume an Schönheit.

Der eigentliche Höhepunkt einer La Palma-Wanderung ist der Nationalpark Caldera de Taburiente.
         Er ist der tiefste Einsturz- oder Senkkessel der Welt (ca. 1.700 m). Sein mit 9 Kilometern großer Krater ist ein El Dorado für Naturliebhaber. Wasserfälle, Steinhänge, mythische Felsen und interessante Gesteinsformationen bilden das Umfeld für vielfältige Wanderungen.

Die Caldera ist jedoch nicht ungefährlich, deshalb sollte man nicht alleine hineingehen.
Geführte Teilwanderungen gibt es kostenlos (deutsch-, englisch-, französich – und spanischsprachig), organisiert durch die Nationalparkverwaltung für maximal 10 Personen.
         Anmelden kann man sich im Besucherzentrum in El Paso.

Und wer die totale Abgeschiedenheit liebt, begibt sich auf den Gipfel des Roque de los Muchachos mit 2.426 m Höhe.

Der Blick in den tiefsten Senkkessel der Welt und zu den Nachbarinseln läßt jedes Herz höher schlagen; dieses Erlebnis bedarf keiner Worte mehr.

Doch die Landschaften sind nur ein Teil einer Inselwanderung; die vielfältige Vegetation, zahlreiche Pflanzen sind auf La Palma endemisch, verleihen einer Wanderung einen zusätzlichen Reiz.
         Während man in den tiefen Lagen auf Palmen, Bananen- und Weinfelder, auf landwirtschaftlich genutzte Zonen, Kiefern und Baumheidewälder stößt, entdeckt man in mittleren Lagen besonders im Frühling eine blühende Pflanzenvielfalt.
         Ganz oben geht es dann etwas rauher zu. Dort bestimmt niedriges Buschwerk, wie der Ginster, die Vegetation.


Informationszentrum

Seit einigen Jahren trägt die spanische Naturschutzbehörde, die ICONA, dem Wanderrevier La Palma Rechnung. Im Informationszentrum oberhalb von El Paso, kann man sich vor einer Wanderung über alle relevanten Aspekte der Insel informieren und mit Material, wie Karten, Bücher und Videos, versorgen.
         Die ICONA-Leute geben außerdem Auskunft über Wege, Campingmöglichkeiten, wetterbedingte und zeitweise kostenlos geführte Wanderungen. Weiterhin gibt es in verschiedenen Hauptwandergebieten, wie z.B. Los Tilos, Caldera und Cumbrecita von der ICONA besetzte Informationshäuschen.
         Auch das System der gekennzeichneten Wanderwege wird von Jahr zu Jahr erweitert.

Dies sind nur einige Gründe für eine Exkursion auf der Insel; zu entdecken gibt es noch viel mehr! Haben Sie Lust bekommen?

Auf eigene Faust
Wer die Natur liebt und aktiv sein möchte, kann auf La Palma ein Wanderparadies vorfinden.

Aber Vorsicht!
Durch oft noch fehlende Wegemarkierungen und teilweise unzulängliche Wanderkarten wird das Wandern auf eigene Faust schon fast zu einem Abenteuer.
         Wer nicht schon zu Hause eine mehrtägige Wanderreise gebucht hat, findet vor Ort auf La Palma die Möglichkeit, sich zu informieren oder an geführten Wanderungen teilzunehmen (siehe Inserate)
         Z.B. können Sie die Isla Bonita in kleinen Gruppen erleben und erwandern, so daß viel Zeit zum Sehen, Fragen, Genießen und Fotografieren bleibt. Dabei wird sehr darauf geachtet, daß geschützte Gebiete respektiert und die stillen Winkel unberührt belassen werden, damit die seltene Tier- und Pflanzenwelt erhalten bleibt.
         Angeboten wird Ihnen eine Vielfalt an Wandermöglichkeiten in unterschiedlichen Klima- und Vegetationszonen. Die Veranstalter der Wanderungen informieren Sie gerne.

Gute Ausrüstung erforderlich
Aber egal, ob auf eigene Faust oder geführt, es gibt auf La Palma einiges zu beachten:

Fast die ganze Insel besteht aus vulkanischem Gestein; das bedeutet, daß der Untergrund nicht wie beispielsweise in den Alpen ist, sondern sehr geröllig und bröckelig.
         Wer hier wandert, braucht auf jeden Fall gutes Schuhwerk mit Profil.

Auch die Witterung kann sich sehr schnell verändern (Hochgebirge), deshalb sollten Sie immer Sonnenschutz, Regenkleidung, Kopfbedeckung und Verpflegung sowie reichlich Flüssigkeit dabei haben.
         Beachten Sie ebenfalls, daß Sie hier evtl. etwas heftiger schwitzen, deshalb fügen Sie dem Trinkwasser ein klein wenig Salz und ein paar Spritzer Zitronensaft hinzu.

Gehen Sie bitte nie alleine in die Berge, mindestens zu zweit, da auch der erfahrenste Wanderer einmal ausrutschen kann.

Viele Informationen zum Vorbereiten finden Sie in der CONTACTO Buchhandlung.

Aus: La Palma Info Nr. 13 Winter/Frühjahr 1999, Bilder: Dierk Topp

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