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Die Insel La Palma war die erste der Kanarichen Inseln, die über ein Biosphärenschutzgebiet verfügte.
Am 30. Juni 1983 wurden 551 Hektar des Landgutes von El Canal und Los Tilos" durch die UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.

Die geschützte Zone lag im Nordosten der Insel, im Gemeindegebiet von San Andrés y Sauces. Später dann, im Jahr 1994, wurde das Gebiet in den Naturschutzpark von Las Nieves integriert.
Das ursprüngliche Reservat von El Canal und Los Tilos entstand zum Schutze des makaronesischen Lorbeerwaldes. Die Biosphärenschutzgebiete entwuchsen jedoch schnell ihrer ursprünglichen Rolle, um zu Pionierzonen einer umweltschützenden Entwicklung zu werden.
Auf La Palma hatte dies zur Folge, daß das bezeichnete Reservat trotz seines unzweifelhaften Wertes sowie der Schule, die dieses Schutzgebiet auf den Kanarischen Inseln für die Erhaltung und Erforschung jenes Lebensraumes darstellte zu klein wurde, um die drei Funktionen erfüllen zu können, die den Biosphärenreservaten durch das MaB-Programm übertragen wurden ( Erhaltung, Logistik und Entwicklung).
Nur zweien dieser Aspekte konnte in dem begrenzten Raum des ursprünglichen Biosphärenschutzgebietes in angemessener Form Rechnung getragen werden und dies auch nur teilweise.
Das fürte dazu, daß in den neunziger Jahren eine Erweiterung des Reservats vorgeschlagen wurde. Diese erste Erweiterung wurde 1998 durch den MaB beschlossen.
Damit unfaßte das Schutzgebiet dann ein Areal von 13.240 Hektar, das 27 Mal größer war als das inzwischen zum Wahrzeichen gewordene Landgut von El Canal und Los Tilos. Wenngleich die ersten 511 Hektar auch das Kernstück des Reservats geblieben waren, so erstreckte sich das geschütze Gebiet nun über einen ganzen Landstrich, der von den Berggipfeln bis zur Küste verlief.
Außerdem erfuhr das Reservat eine Namensänderung und erhielt das es nach der Erweiterung nicht mehr ausschließlich mit dem Landgut in Verbindung gebracht werden konnte, auf das sich die erste Ernennung bezogen hatte.

Los Tilos
Im neuen Gebiet ist jetzt auch eine große Anzahl der auf der Insel La Palma vorhandenen Lebensräume representiert, mit all der Vielfalt, die Ausdehung des Reservats von der Küste bis zu den Berghöhen bieten kann.
Besonders wichtig wird hierbei die Rolle der Einwohner der Zone, als Urheber eines neuen, in die Vorhaben des Schutzgebietes integrierten Entwicklungsmodells.
Die Erklärung eines ganzen Landstriches zum Biosphärenschutzgebiet setzt allerdings eine Änderung des Gesamtkonzeptes bezüglich der ersten Deklarationen voraus. Es muß bedacht werden, daß in diesen räumlich begrenzten Gebieten von großer Fragilität und einem komplizierten Zusammenleben zwischen Erhaltung und wirtschaftssozialem Wachstum, keine erneuten Aufteilungen für diese Erhaltung vorgenommen werden können, sondern daß eine ganzheitliche Lösung für solch eine komplexe Situation gesucht werden muß.
Die internationale Praxis hat bewiesen, daß dies eindeuting der Fall der kleinen und mittelgroßen Inseln ist, wo Umfeld und menschliche Tätigkeit in ständing wechselnder Beziehung zueinander stehen, so daß es äußerst schwierig wird, Gebiete von einer bestimmten Größe aus diesem insularen Gefüge herauszutrennen.
Auf La Palma gewannen die im Berich des neuen Schutzgebietes erzielten Fortschritte in Verwaltung und Entwicklung sowie die Strategie des Maß-Programmes bald ihren Einfluß auf den Rest des Inselterritoriums.
Dies äußerte sich durch einen in den letzten drei Jahren eingetretenen Erfassungsprozeß, in dem die auf eine umweltschützende Entwicklung ausgerichteten Vorhaben, gleichgülting ob diese im Umfeld des Reservats entstanden sind oder nicht, Programme und Initiativen übernehmen, die mit den für das Biosphärenschutzgebiet entworfenen Strategien übereinstimmen.

Los Tilos
Tatsächlich hat die Insel eine interessante Entwicklung in Richtung des umwelterhaltenden Wachstums erfahren, bei der das Pionierschutzgebiet von El Canal und Los Tiles eine wichtige Rolle gespielt hat.
Seit im Jahr 1983 jene 511 Hektar zum Biosphärenschutzgebiet erklärt wurden, ist die Inselngesellschaft sich über dan Wert der Natur und über die Nutzung deren Vorräte bewußter geworden. Gleichzeitig sind auch die Beteiligung der Bevölkerung und die Informationsmöglichkeiten über die Ziele und Zwecke der Schutzgebiete auf spektakuläre Weise gestiegen.
Die Gründung eines Konsortiums zur Verwaltung des jetzigen Biosphären-schutzgebietes ist ein Zeichen für die größere Einbeziehung der Inseln- und Gemeinderegierungen sowie auch für die höhere Beteiligung des privaten Wirtschaftssektors und der sozialen Kollektive und für die Übernahme neuer Verantwortungen und Perspektiven, was ein Ansporn für die Erlangung der angestrebten Erhaltungs- und Wachstumsziele darstellt.

Caldera de Taburiente
Die Einbeziehung der gesamten Insel in das Biosphärenschutzgebiet ( im November 2002 ) wird die Aufnahme solcher umweltbedingt höchst wertvollen Gebiete wie das des Nationalparks der Caldera de Taburiente ermöglichen.
Aber auch die Ausdehnung der Prinzipien der umweltschützenden Entwicklung auf die städtischen oder ländlichen Zonen, die die größte Waldung erlitten haben und die auch die größte Belastung für die insularen Ökosysteme darstellen könnten.
Andererseits bedeutet die Gründung des Kanarischen Netzes der Biosphären-reservate einen neuen Ansporn für die Initiative auf der Inseln La Palma, da auf diese Weise eine Zusammenarbeit und ein Erfahrungsaustausch ermöglicht wird.
Aus: lapalmabiosfera.com |