Drei Müllverbrennungen gab es früher auf La Palma: eine in Barlovento, eine weitere in Mazo und eine dritte auf dem Mendo im Südwesten der Insel.
Die erstgenannten beiden Anlagen waren von vornherein nicht das Gelbe vom Ei. Vor allem hatten sie keine Abgasfilter. Das wurde auch immer wieder beanstandet; sogar die Europäische Union nahm sich der Angelegenheit an und verbot mehrfach diese zwei Anlagen.
Weil man bei der Inselverwaltung nicht wußte, wohin mit dem Abfall, setzte man sich jahrelang über das Verbot hinweg. Es mußte Zeit gewonnen werden, um die Müllhalde im Barranco Seco nördlich der Inselhauptstadt wieder zu reparieren.
Die war bei einem Unwetter vor fast drei Jahren arg in Mitleidenschaft gezogen worden und sollte danach eigentlich geschlossen bleiben. Irgendwie stellte man sich damals vor, mit dem Inselabfallplan ginge es endlich mal vorwärts. Aber dessen Verwirklichung ist über viel mehr als die Planungsphase immer noch nicht hinausgekommen.
Jedoch sind die beiden Öfen auf der Ostseite der Insel nun endgültig abgeschaltet worden. Hohe, von der Europäischen Union angedrohte Strafen mußten vermieden werden.
Die verbleibende Müllverbrennung auf dem Mendo kann indes nicht alle auf der Insel anfallende Abfallmengen verkraften, und deshalb muß nun jene alte Müllkippe wieder herhalten. Dazu wurden bis zu 20 Meter hohe Uraltabfallberge in stabile Formationen geschoben und mehrere Stützmauern errichtet, die vermeiden sollen, daß bei starken Regenfällen der Dreck ins Meer rutscht.
Noch ungeklärt ist, ob die Mehrkosten, die durch die längeren Transportwege des Mülls vom Norden der Insel zum Barranco Seco verursacht werden, auf die Bürger der betroffenen Gemeinden umgelegt werden, oder ob sie voll und ganz von der Inselverwaltung übernommen werden.
Aus: Correo del Valle vom 06.10.2000 |