La Palma setzt auf Wind und Wasser.
Vor etwa fünf Jahren entstand ein Plan, demzufolge eine Reihe von Windgeneratoren in Mazo aufgestellt werden sollte. Damals kam das Projekt aus vielerlei Gründen nicht in Gang. Inzwischen kann es jedoch in Angriff genommen werden. Die ursprünglichen Schwierigkeiten seien aus dem Weg geräumt, heißt es.
Drei Generatoren mit zusammen 1,6 Kilowatt sollen errichtet werden, die ins allgemeine Stromnetz eingespeist werden. Das ist zwar weit weniger, als ursprünglich geplant. Seinerzeit war die Rede von 12 Windrädern mit insgesamt 2,7 Megawatt.
Aber das finanzielle Fundament für das Projekt läßt derzeit nicht mehr zu. Im Rathaus von Mazo ist bereits um die Erneuerung der damals erteilten Baulizenz nachgesucht worden.
Weitere Windgeneratoren entstehen beim Flughafen, um dessen Anlagen weitgehend autonom mit elektrischer Energie versorgen zu können. Zwei Räder sind vorgesehen mit einer Leistung von jeweils 400 Kilowatt. Energieüberschüsse können bis zu 50% der Gesamtleistung an das allgemeine Stromnetz abgegeben werden. Ein weiterer Rotor ist für die inselzentrale Abfallanlage in Mazo vorgesehen. Das soll ein richtiger Brummer werden mit 800 Kilowatt Leistung. Auch er ist in erster Linie für die Versorgung der Möglichkeit zur Einspeisung ins Inselnetz, wenn Überschüsse auftreten.
Die kanarische Elektrizitätsgesellschaft UNELCO sieht solche Initiativen mit jeweils einem lachenden und einem weinenden Auge. Bei den anderen Windstromanlagen in Garafía und Fuencaliente ist sie beteiligt und kann dieselsparend elektrische Energie erzeugen. Technisch gesehen kann jedoch die Einspeisung des Windstroms zu Problemen hinsichtlich der optimalen Energieversorgung an die Abnehmer führen.
Bei böigen Winden schwankt die Normfrequenz der Spannung immer mal wieder um mehrere Hertz nach oben und unten, weil der Automatismus seine Zeit braucht, bis er den Stromerzeuger auf die angestrebte Frequenz von 50 Hertz einregeln kann. Das kann zu Spannungsschwankungen durch Interferenzen führen.
Und wenn der Wind plötzlich und unerwartet ganz wegbleibt, kommt es vor, daß der Energieausfall seitens der Windgeneratoren ein regionales "Versorgungsloch" verursacht, dessen Beseitigung bis zu einer viertel Stunde dauern kann.
Diesel- und Wassergeneratoren sind hinsichtlich
ihrer Spannungs- und Frequenzschwankungen wesentlich
gutmütiger. Deshalb hat die UNELCO einen
Plan ausgearbeitet, der das Wasser der einzigen
Elektro-Wasserturbine auf der Insel in Los Tilos
(oder: Los Tiles) besser ausnutzen würde.
Derzeit werden in dem Wasserkraftwerk nur 400
Kilowatt über eine Turbine, die bis zu 1000
Kilowatt leisten könnte, erzeugt. Wenn der
Los-Tilos-Wasserfall - mit seinen Kaskaden um
die 900 Meter hoch - in seiner gesamten Länge
durch eine entsprechend dimensionierte Turbine
geleitet würde, könnte leicht das vier-
bis fünffache der derzeit produzierten Energie
in dem Wasserkraftwerk erzeugt werden.
Aus: Correo del Valle vom 13.07.2001 |