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TIERSCHUTZ
Im Einsatz für die Tiere
von Cornelia Bertram

Die Tierhaltung auf La Palma ist immer noch ein trauriges Kapitel!
Wenn auch viele Bewohner der Insel mit ihren Tieren artgerecht umgehen, so gibt es dennoch einen zu großen Prozentsatz von geschundenen und misshandelten Tieren. Vor allem Hunde und Katzen werden nicht als Lebewesen betrachtet, sondern wie schlechte Ware oder Abfall behandelt: man wirft sie einfach in den Barranco, lässt sie an der Kette verhungern oder traktiert sie auf sonst irgend eine grausame Art und Weise. Wie solch ein Hunde- und Katzenleben dann aussehen kann, ist unbeschreiblich erschütternd. Ausgesetzte und vernachlässigte Tiere, klapperdürr und überall von Parasiten befallen durchwühlen die Müllplätze nach Futter. Kettenhunde, die ihr Leben lang an einer Leine angebunden sind, werden meist nur ein einziges Mal in der Woche mit Reis und sonst gar nichts gefüttert. Das Umdenken, dass auch das Tier als Lebewesen respektiert werden muss, hat sich noch ganz nicht in der hiesigen Mentalität festgesetzt. Dies ist eigentlich nicht ganz zu begreifen, da z.B. die Nutzhunde für den Menschen in der Landwirtschaft große Dienste geleistet haben und es auch noch tun. Die einzig mögliche Abhilfe des Tierelends auf La Palma sind Kastrierung und Sterilisierung wie auch eine artgerechte Haltung der Tiere.

Tierschutz auf La Palma

1992 wurde der Tierschutzverein auf La Palma, die „Asociación Palmera para la Protección de los Animales" (APPA), von deutschen und palmerischen Tierfreunden gegründet und ist ein nach spanischem Recht eingetragener Verein (Nr. 2315 des Provinz-Registers). Seit Februar 2000 ist dieser Verein Kooperationspartner vom Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. (ETN). Dass ein tiergerechtes Umdenken auf La Palma noch nicht erfolgt ist, liegt vor allem auch an oberster Stelle. Trotz vieler Interventionen seitens der Tierschützer sind weder die Inselverwaltung noch ein Bürgermeisteramt bereit zu helfen. Alle die für die Tiere benötigten Gelder kommen als Spenden und seit 2000 mit Hilfe des Europäischen Tier- und Naturschutzes e.V. (ETN) aus Deutschland.

Mutiger und engagierter Einsatz in der Tierhilfe

Einer Persönlichkeit, die in der Tierhilfe auf La Palma Außerordentliches geleistet hat und leistet, gebührt große Achtung: Soni Mayer. Unterstützt von ihrem Mann Manfred Mayer und dem APPA-Präsidenten Jaime Agustín Gómez Díaz kümmert sie sich um das Tierelend, das auf La Palma herrscht. Der Präsident ist ein sehr mutiger und engagierter Palmero, der die Missstände der Tiere öffentlich anprangert und auch vor Anzeigen gegen seine Landsleute und Ausländer, die ihre Tiere misshandeln, nicht zurückschreckt. Eine ebenfalls tatkräftige Unterstützung in der tierärztlichen Betreuung bekommt Soni Mayer von Jorge Luis González Rodríguez, einem stets hilfsbereiten Tierarzt aus Los Llanos, Calle Convento, Tel. 922 402 613. Er ist gleichzeitig die Anlaufstelle für Notfälle! Wenn misshandelte Tiere ausfindig oder Missstände entdeckt bzw. gemeldet worden sind, bemüht man sich mit aller Konsequenz um deren Befreiung. Meistens werden die armen Tiere auch von Touristen aufgelesen und zu Soni Mayer gebracht. Bei ihr befindet sich die private Rettungsstation für Hunde, d.h. sie nimmt diese auf und sorgt dafür, dass sich die misshandelten und z.T. entstellten Tiere langsam wieder erholen können. Und das ist keine einfache Aufgabe! Es braucht dazu in erster Linie die medizinische Versorgung durch den Tierarzt. Die Verletzungen am Körper und Krankheiten der armen Tiere müssen behandelt werden und die Kastrierung ist unumgänglich.

Vermittlung und Transportgebühr, medizinische Betreuung und vor allem auch das Futter sowie alles, was zum nötigsten Haustierbedarf gehört, verschlingen eine Unmenge Geld. Zudem ist die Aufnahmekapazität für die Tiere in der Rettungsstation bei Soni Mayer eigentlich erschöpft und es werden dringend Pflegestellen/ Pflegefamilien auf der Insel gesucht, welche Welpen und junge Hunde bis zu ihrer Vermittlung aufnehmen können. Futter und jede medizinische Betreuung werden vom Tierschutz getragen. Tierfreunde, die keine Möglichkeit haben, einem Hund ein neues Zuhause zu bieten, ihm aber, wenn dieser nicht vermittelt werden kann, eine Lebenschance geben möchten, können als Paten für diesen die Futterkosten übernehmen.

Vermittlung der Tiere

Zusammen mit dem Tierschutz La Palma e.V. in Hilden und anderen Vermittlungsstellen wie in Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart sucht APPA für die Tiere mit großem Erfolg sichere Plätze in deutschen und holländischen Familien. Dabei legt die Organisation größten Wert darauf, dass sich die Bewerber für einen Hund zuerst in den ortsansässigen Tierheimen umsehen. Nur wenn sie da kein Tier finden, bekommt ein Hund von der Insel ein neues Zuhause. Alle Tiere werden, wenn sie endgültig in ein Zuhause einer tierliebenden Familie kommen bzw. bevor sie auf Reisen gehen, tierärztlich untersucht, erhalten die erforderlichen Impfungen und werden gechipt. Für die Reisebegleitung werden Flugpaten benötigt, denn laut Gesetz dürfen Tiere nicht ohne Begleitperson ausgeflogen werden. Deshalb sucht die APPA jede Woche für die Flughäfen Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart, wo die Vermittler des Tierschutzes La Palma e.V. tätig sind, Begleiter für den Flug. Die Transportgebühr für jeden auszufliegenden Hund - welche der Tierschutz vollumfänglich übernimmt - ist ausnehmend hoch: seit dem 1.Juli 2002 verlangt Condor (James Cook) pro Tier (Hund oder Katze) 40 Euro.

Mitgliederbeiträge

Der Verein, der auf die Spenden und Hilfe aller Tierfreunde angewiesen ist, hat ca. 220 Mitglieder und benötigt die Beiträge dringend, um die Kosten für tierärztliche Behandlung, Kastrierung, Transportgebühr und Futter zu decken. Leider kommen die Mitgliederbeiträge nur sehr schleppend herein! Das Geld der Jahresbeiträge wird aber für das laufende Jahr gebraucht und nicht erst, wenn dieses vorbei ist. Deshalb wird dringend um eine pünktlichere Begleichung der Jahresbeiträge gebeten, denn diese werden für die Arbeit zugunsten der misshandelten Tiere benötigt.

Der Jahresbeitrag beläuft sich auf 18,00 Euro, bei Rentnern und Studenten auf 9,00 Euro. Alle Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer: 922 497 078. Bitte schauen Sie nicht weg, wenn Sie ein Tier in Not sehen, sondern rufen Sie bei Soni Mayer an - denn Tierschutz betrifft uns alle!

Flugbegleitung

Für Tierfreunde, die ihre Pro-forma-Flugbegleitung zusichern, sei hier von der APPA folgende Vorgehensweise erklärt: Wir melden die Transportbox für Ihren Flug an, treffen uns beim Einchecken am Flughafen, übergeben Ihnen die Impfpapiere und geben den Hund zusammen mit Ihrem Gepäck auf. Kosten entstehen für Sie nicht. Ihre einzige Aufgabe besteht darin, die Box am Zielflughafen vom Gepäckband zu nehmen und zusammen mit den Impfpapieren am Zoll unserer Vermittlungsperson bzw. Familie zu übergeben.

Aus: La Palma Info Nr. 20, Jahresausgabe 2003 - 2004

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