Von
Sonne, Wind und Meer verwöhnt erholt
man sich unter Palmen nach einem traumhaften Biketag.
Ob durch einsame Wälder und weite Sanddünen,
über breite Forstpisten oder schmale Singletrails:
La Palma ist für Biker ein Traumrevier.
Vergessen sind die Anstrengungen des Uphills,
vorbei die fast endlosen Serpentinen und die Frage
in jeder Kurve: «Wie weit noch?» Geblieben
ist der Rausch der Abfahrt dieses grenzenlose
Gefühl des Schwebens, des Gleitens, bei dem
jegliche Zeitvorstellung verloren geht.
Ebenso faszinierend sind die traumhaft schönen
Eindrücke der ständig wechselnden Landschaft:
teils pittoreske Felsformationen in grandiosen
Schluchten, teils die weichen, fast fliessenden
Übergänge der weiten Sandfelder, immer
begleitet durch die ständige Melodie des
Windes in den Bäumen und das rauhe Krächzen
der palmerischen Krähe und im Hintergrund
das unendliche Blau des Atlantiks.
Die krassen Gegensätze sind es, die La Palma
so reizvoll machen und sie von den anderen Inseln
des Archipels unterscheiden.
Vom Schnee auf dem Roque de los Muchachos durch
die Regenwälder auf der Ostseite bis zu den
sonnenbeschienenen Weinbergen im Süden
man hat immer die Möglichkeit, eine Tour
ganz nach eigenem Können und Geschmack zu
wählen.
Ob breite Forstwege oder schmale Singletrails,
ob Uphill oder Downhill auf La Palma ist
man abseits der Touristenströme.
Doch die schöne grüne Insel ist auch
rauh und anstrengend. Hohe Berge, tiefe Schluchten
und kahle Lavafelder drängen sich auf engstem
Raum.
La Palma ist ein Minikontinent.
Dieses Nebeneinander verschiedenster Landschaften
und unterschiedlichster Wetterlagen lockt immer
mehr Mountainbiker an. Jene Naturbegeisterten,
die manchmal als «Lonely Wulf» und
zuweilen im Rudel auftreten, haben La Palma als
geeignetes Terrain für ihren Sport entdeckt:
um Spass zu haben und die Seele baumeln zu lassen.
Denn so verschieden die Menschen und ihre Ansprüche
auch sind, die Insel bietet für jeden etwas.
Um La Palma mit dem Mountainbike zu erfahren,
sollte man einige wichtige Verhaltensregeln beachten.
Da es in den Bergen keine Hütten gibt und
die Refugios unbewirtschaftet sind, ist es wichtig,
die komplette Tagesverpflegung mitzunehmen. Dies
wird meistens unterschätzt, denn auch hier
im Süden haben Berge durchaus hochalpinen
Charakter.
Deshalb gehören neben Essen und Trinken (auch
im Sommer) eine Regenjacke und die Sonnencreme
ins Tagesgepäck. Übrigens ist ein Bikehelm
nicht nur lebensrettende Maßnahme, sondern
auch ein luftiger Schutz gegen Sonnenstich.
La Palma ist für Biker ein Traumrevier und
soll es auch bleiben. Haltet Euch deshalb bitte
an die wenigen örtlichen Bestimmungen und
helft dadurch mit, zukünftige Restriktionen
zu vermeiden. So ist zum Beispiel im Nationalpark
«Caldera de Taburiente» das Biken
generell verboten.
Ansonsten darf man grundsätzlich auf allen
ausgewiesenen Wegen fahren. Wichtig ist, auf den
Wegen zu bleiben! In den Bergen befindet man sich
fast immer im Naturschutzgebiet (das steht auf
vielen Schildern, aber immer in Spanisch).
Fahrt nicht irgendwelche Lavahänge hinunter!
Auch nicht dort, wo Trittspuren der Wanderer zu
erkennen sind, denn oft haben sich erste Flechten
den Boden erobert und das Wurzelwerk soll über
kurz oder lang weder durch Wanderstiefel noch
durch MTB-Stollen zerstört werden.
Wer allein die Insel erkunden möchte, sollte
bedenken, dass viele Wege Sackgassen sind und
die Karten nicht immer mit der Wirklichkeit übereinstimmen.
Man ist im Falle eines Unfalles vielleicht ein
paar Tage in der Abgeschiedenheit auf sich alleine
gestellt, bevor jemand vorbei kommt.
Fachliche Hilfe, viele Tipps und Tricks sowie
Tourenberatung auf eigene Faust bekommt man in
einem der MTB-Tourencenter in Puerto de Naos bei
der BIKE STATION oder in Los Llanos bei BIKEnFUN.
Dort kennt man sich mit allen Gegebenheiten bestens
aus. Es gibt gut gepflegte Leihbikes inkl. Zubehör,
Werkstattservice und natürlich geführte
Touren für jeden Anspruch, denn die «Guides»
kennen ihre Insel besser als ihre Westentasche.
Mit freundlicher Unterstützung von BIKEn´FUN
La Palma
Aus: La Palma
Info Nr. 19, Jahresausgabe 2002 - 2003
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