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GUANCHEN
Die Guanchen auf der Insel La Palma

Die Guanchen, die ab ca. 2000 v. Chr. auf La Palma gelebt haben, waren ein aus Nordafrika stammendes Hirtenvolk (Benahoritas oder Awaritas).
Von dort aus sollen 800-900 n. Chr. weitere Benahoritas auf den Kanaren eingetroffen sein, obwohl diesem Volk die Schifffahrt nicht bekannt war.


Petroglyphen in La Zarza

Die Guanchen, die übrigens helle Haare gehabt haben sollen, kleideten sich in Tierhäuten und lebten vorwiegend in Höhlen.
Die Caldera de Taburiente war gemeinsamer Weidegrund für ihre Ziegenherden.
         Schrift und Metall waren ihnen nicht bekannt, die Guanchen fertigten ihre Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände aus Holz, Stein, Knochen und Leder, außerdem flochten sie Körbe.


Miniaturnachbau in La Zarza

Das Essen der Benahoritas bestand aus Ziegenfleisch, Muscheln und Krebsen, besonders aber aus dem Gofio, einem aus Getreide gemahlenem, geröstetem Mehl — Grundnahrungsmittel und Brotersatz zugleich — das auch heute noch gerne in der kanarischen Küche verwendet wird.
Ein typisches Gericht ist z. B. Chicharrones, in Gofio gebratene Speckgrieben oder die Rapaduras, eine kegelförmige Süssigkeit aus Gofio, Zuckerrohrsirup, Honig und Mandeln.


Das Gofio-Buch ist in unserer Buchhandlung erhältlich

Die Guanchen verehrten Naturgötter, besonders die Sonne: Abora wurde sie genannt; den Teufel, in Gestalt eines zottigen Hundes, nannten sie: Iruene.
An verschiedenen Kultstätten wurden die Gottheiten verehrt, die wichtigste soll Idafe, ein steil hervorragender Fels in der Caldera gewesen sein. Dorthin brachten sie Opfergaben: die Innereien, der Tiere, die sie aßen.
         Des Weiteren wird berichtet, dass die Guanchen die Zeit in Mondzyklen berechneten und ihre Toten mumifizierten.


Miniaturmumie in La Zarza

Viele Legenden ranken sich um das Hirtenvolk, daß den Spaniern bei ihrer Eroberung La Palmas Ende des 15. Jhds. erbitterten Widerstand leistete, dabei sollen auch die Frauen besonders mutig gewesen sein.
Besonders populär ist auch heute noch der Guanchenanführer Tanausú, der von den Eroberern nur durch eine Kriegslist aus seinem Versteck in der Caldera gelockt werden konnte.


Brunnen mit Tanausú-Statue in Los Llanos

Die Spuren der Guanchen sind in Form von ihren in Fels gehauenen Petroglyphen in La Zarza, La Zarzita in Garafía und im Parque Belmaco in Mazo zu finden.
Diese Petroglyphen sollen bedeuten, was sich die Guanchen von der Zukunft erhofft hatten: Sonne, Fruchtbarkeit und Wasser.


Petroglyphen in La Zarza

Ihre besondere Keramikkunst wird von Ramón und Vina in ihrer Werkstatt El Molino in Mazo zu neuem Leben erweckt.


Gofiomühle und Guanchenkeramik in La Zarza

Archäologisches Guanchen Museum
Neu errichtetes, moderne Museum im Zentrum von Los Llanos, das die Technologie, Kultur und die Riten der prehispanischen Guanchenkultur – das Leben der Benahoaritas – ausstellt.

Calle De Las Adelfas N° 1
TEL 922 46 46 09
Mo. - Sa. 10.00 - 14.00 Uhr / 17.00 - 20.00 Uhr
Los Llanos de Aridane
     



Archäologischer Park Belmaco in Mazo

Fundstätte mit archäologischen Resten der Ureinwohner. Information über Glaube, Geschichte und Wirtschaft der Guanchen. Verkauf von Inselprodukten wie Zigarren, Honig, Bücher u. v. m.

Modernes Besucherzentrum an der Straße Hoyo de Mazo, Tel: 922 69 60 74
Mo. - Sa. 10.00 - 18.00 Uhr.
So. 10.00 - 15.00 Uhr
Eintritt 1,80 € / Kinder 0,60 €


La Zarza

La Zarza & La Zarzita in Garafía
Glaube, Gesellschaft und Wirtschaft der Guanchen. Steinzeichnungen. Den Besuchern stehen zusätzlich zwei Computer für Informationen zur Verfügung.

Besucherzentrum zwischen Llano Negro und La Mata, Tel: 922 69 50 05
Winter: täglich 11.00 - 17.00 Uhr
Sommer: täglich 11.00 - 19.00 Uhr
Eintritt: Erw. 1,80 € / Kinder (6-12 J.) 0,90 €

     


Guanchenkeramik

El Molino
Reproduktion von Guanchenkeramik, diese ist erkennbar durch die spezielle Gravur und die schwarze Farbe, die durch die hiesige Brennart entsteht, es wird ohne Töpferscheibe geformt. Man darf den aus Venezuela zurückgekehrten Palmeros Ramón und Vina beim Töpfern zuschauen.
Zusätzlich haben sie in der alten Mühle ein volkskundliches Museum errichtet.

Ctra. Hoyo de Mazo, Tel: 922 440 213
Mo. - Sa. 09.00 - 13.00 Uhr
Mo. - Sa. 15.00 - 19.00 Uhr

 
Belletristik:

Tanausú - König der Guanchen
von Harald Braem
Spannender historischer Roman über den Freiheits-kampf der Ureinwohner La Palmas. 15,00 €

Der Krieg der Guanchen
von Ernest Rawling
Die historischen Ereignisse, von denen berichtet wird, stützen sich auf bislang wenig beachtete Quellen.
09,90 €

Die Guanchen
von José Luis Concepción
Ihr Überleben und ihre Nachkommen.
05,50 €


Palmerische Küche :

Die Guanchenküche
Das Gofio-Buch
von Manuel Mora Gonzales
Mit köstlichen Rezepten und vielen Hintergrundinfor-mationen über die Küche der kanarischen Ureinwohner. 10,00 €

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