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mit den ersten Boden- und Wasseraufteilungen durch
die kastilische Krone begann auf La Palma der
Weinanbau.
1505, nur elf Jahre nach der Eroberung der Insel
durch die Spanier, pflanzten Fernando del Hoyo
und Juan Cabrera im Aridanetal die ersten Reben.

Im 16. und 17. Jhd. kamen kanarische Weine
an den vornehmsten Fürstenhöfen Europas
auf den Tisch.
Sie waren hochgeschätzt und die reisenden,
Seeleute, Piraten, Siedler, Händler und Abenteurer,
die den Archipel anliefen, trugen den Ruf der
edlen Tropfen in die Welt hinaus.
Zudem begünstigte die strategische
Lage der Inselgruppe die Ausfuhr, sodass sich
schon bald vor allem englische Weinhändler
hier niederliessen.
Die königliche spanische Akademie definiert
den Malvasier folgendermassen: Sehr
süsse und aromatische Traube, Rebsorte, die
aus der Umgebung der Stadt stammt, die ihr den
Namen gab."
Der 1857 in Madrid publizierte Novísimo
Diccionario de la Lengua Castellana steuert erstaunliche
Daten über die Ausbreitung dieser Rebsorte
an der Küste des westlichen Mittelmeers bei:
... deren Ranken brachten die Katalanen
von der Insel Chio zu Zeiten der Kreuzfahrer".
In Griechenland liegt also der Ursprung
dieser exquisiten Rebe, das Ägäische
Meer ist ihre Wiege.
Einige Autoren halten zudem fest, dass
dieser Wein schon den alten Griechen als Götternektar"
bekannt war, und sie ihn hoch schätzten.
Es scheint nichts logischer, als zu folgern,
dass der Malvasier Anfang des 16. Jhd.
auf La Palma eingeführt wurde, sehr wahrscheinlich
von einem katalanischen Siedler.
Der britische Zucker- und Weinhändler
Thomas Nichols war, soweit wir heute wissen, der
erste, der Mitte des 16. Jhds. diese Rebsorte
erwähnte, indem er über die palmerischen
Weine sagte: Die besten Weine wsachsen an
einem La Breña genannten Ort, der jährlich
12.000 Fass Wein produziert, wie etwa den Malvasier.

Heute kommt der Malvasier als weisser
trockener Malvasier auf den Markt, ein
ausgezeichneter, aus bernsteingelben Malvasiertrauben
hergestellter Aperitiv- und Dessertwein, sowie
als süsser Malvasier, der Dessertwein
par excellence.
Er wird aus den Trauben von Los Llanos Negros
in Fuencaliente gekeltert und benötigt Reife,
viel Sonne und eine gewisse Feuchtigkeit.
Eine weitere palmerische Spezialitäte sind
die roten und rosé Teaweine, die
in Fässern aus dem harzigen Holz der kanarischen
Kiefer reifen.
La Palma besitzt eine Ursprungsbezeichnung für
seine Weine und einen Kontrollrat, der über
ihre Qualität wacht und garantiert, dass
sie auch wirklich auf La Palma gewachsen sind
und hier gekeltert, gereift und abgefüllt
wurden.
Diese Auflagen erfüllen zur Zeit die Kellereien
Llannovid mit der Marke Teneguía,
Carballo mit der Bezeichnung Carballo,
El Hoyo mit den Marken Hoyo de Mazo und
Mazegas, Tamanca mit der Etikette Tamanca,
Castro y Mogán mit Tendal, Carlos
Fernández mit Viña Etna,
Las Toscas sowie Onésimo Pérez Rodríguez
mit Vitega.
Alle Weine dieser Kellereien tragen auf
der Rückseite der Flaschen ein Etikett mit
der Ursprungsbezeichnung Denominación de
Origen La Palma.

Neben dem Malvasier wachsen auf La
Palma, abgesehen von einigen kleineren, unbedeutenden
Rebsorten: Negramoll, Sabro,
Listan, Bujariego, Muskatella,
Almuñeco, Gutedeltaube, Verdello
und Gual.
Rum
In der Gemeinde San Andrés y Sauces hat
die Zuckerrohrverwertung Tradition. Schon zu Beginn
des 16. Jhds. fanden sich hier audgedehnte Zuckerrohrplantagen,
doch verdrängte mit der Zeit der Rum den
Zucker als Primärprodukt.
1883 wurde die Destilería del Valle
gegründet. Sie brannte bis Mitte der 90er
Jahre Rum. Eine weitere alte Destillerie, die
neben Ron del Puerto auch Zuckerrohrsirup
für die Rapaduras sowie Pan del
miel (ein Fastnachtsgebäck aus Brot,
Zuckerrohrsirup und Mandeln) produzierte, wechselte
1950 die Marke. Heute wird der 40-grädige
Ron La Aldea (so genannt nach dem Ort La Aldea
de San Nicolás de Tolentino auf Gran Canaria)
als echt palmerischer Rum verkauft.
Das hierzu nötige Zuckerrohr wird immer noch
auf der Insel angebaut, hauptsächlich in
San Andrés y Sauces, in kleinerem Maße
aber auch auf dem Gebiert von Tijarafe.
Liköre

Aus Brandwein, meist Zuckerrohrschnaps, werden
auf der Insel unzählige verschiedene Liköre
hergestellt.
Bekannt ist der Licor de café (Kaffeelikör)
von Tazacorte, der aus Zuckerrohrschnaps, Zucker,
gemahlenem Kaffe (der mindestens zehn Tage ziehen
muss) und Wasser besteht. Einen leicht abweichenden
Geschmack erhält man, wenn man anstelle von
gemahlenem Kaffee geröstete Kaffeebohnen
verwendet.
Mistela wird auf La Palma der Orangenlikör
genannt. Der Einfallsreichtum und der Geschmack
der Palmeros haben unzählige Rezepte hervorgebracht,
wie man aus Orangenschalen, Zitrone, Zucker, Zimt,
Anis, Muskatnuss und Kräutern wie Zitronengras
oder Zitronenstrauch diesen delikaten Likör
ansetzt.
Liköre neueren Datums, auch sie völlig
hausgemacht, sind unter anderem der Licor de
níspero (Mispellikör) und der
Licor de moras (Maulbeerlikör).
Aus: Palmerische Küche,
Hrsg. Patronato de Turismo del Excmo. Cabildo
Insular de La Palma |