| Im vergangenen Jahr gedachte man des bislang vorletzten Vulkanausbruchs auf der Insel: den "Volcán San Juan", sogenannt nach dem Tag, an dem er mit seiner Tätigkeit begann: dem 24. Juni, dem Johannistag.
Das war 1949, also vor damals 50 Jahren, und so eine runde Zahl bietet sich zum Gedenken an. Ursprünglich wollte man eigentlich die Erinnerung an diesen Vulkan nicht wieder aus der Versenkung herausholen; vor allem war zu vermeiden, daß daraus nicht, wie auf La Palma üblich, ein Fest gemacht wurde.
Das Naturereignis hatte schließlich Dutzende von Familien um Hab und Gut gebracht, weil Lava ihre Äcker überwallt und ihre Häuser zerstört hatte.
Schließlich einigte man sich, zum Gedenken an das Jahr eine Wanderausstellung einzurichten. Sie wird seitdem auf der Insel in den einzelnen Gemeinden herumgereicht, so daß das Feuer-und-Asche-Jahr 1949 weiterhin für die Besucher der Ausstellung zu vergegenwärtigen ist.
Der letzte Ausbruch eines Vulkans auf La Palma, der des Teneguía im Jahr 1971 in Fuencaliente, kommt dabei nur am Rande vor, denn er war gegenüber dem San Juan sozusagen nur ein Waisenknabe.
Der latente Vulkanismus von La Palma ist derzeit "in" und hat seit der Einführung des Tourismus auf der Insel vor gut 10 Jahren seine schriftlichen Spuren in allen Reiseführern hinterlassen. Interessierte lesen darin, daß es gewissermaßen eine Pflicht ist, die Vulkane aufzusuchen.
Dieser Obligation wird offensichtlich gern und häufig nachgekommen. Zumindest in Fuencaliente hat man diesen Eindruck. An manchen Tagen gibt es für die zwei meistbekannten Vulkane der Insel, den San Antonio (letzter Ausbruch 1677) und den Teneguía, keine ruhige Minute vor lauter Besucherandrang.
Der muß irgendwie kanalisiert werden, meint man im Rathaus von Fuencaliente. Das ist bereits beim San Antonio geschehen, wo seit einiger Zeit ein Obolus von 200 Peseten für das Parken zu berappen ist. Den Vulkan Teneguía, der an manchen Stellen immer noch deutlich heiß ist, würden die Gemeindeverantwortlichen am liebsten nur noch von weitem besichtigen lassen.
Auch erwägt man, bei besonders hohem Besucherandrang ganze Reisegruppen vom Teneguía weg zum San Antonio umzuleiten und umgekehrt, um kein Gedränge aufkommen zu lassen. Und irgendwie, denkt man im Rathaus von Fuencaliente, müßten sich die vielen Besucher auch mit einer Art Eintrittsgeld an der Erhaltung und Säuberung der Umgebung beteiligen.
Dafür will man aber den Besuchern mehr bieten als bislang: Ein sogenanntes Besucherzentrum beim San Antonio steht kurz vor der Fertigstellung. Darin kann sich, wer will, umfassend über den Vulkanismus im Allgemeinen und über die Vulkane von Fuencaliente und der Insel im Besonderen informieren.
Eine Besonderheit wird die Aufstellung eines funktionierenden Seismographen sein, mit Beobachtungsmöglichkeit für Besucher.
Aus: Correo del Valle vom 14.07.2000 |