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GEOLOGIE & VULKANISMUS
Unruhe wegen hoher Gaskonzentration auf der Cumbre Nueva
Gegensätzliche Meinungen unter den Vulkanologen

Wieder einmal sind beunruhigende Daten über die latente Vulkanaktivität auf La Palma über die Medien verbreitet worden. Nach neuesten Messungen entweichen aus dem Vulkanmassiv Cumbre Vieja jeden Tag 1420 Kilogramm Wasserstoff, sowie 7,5 Kilogramm Schwefelwasserstoff in die Atmosphäre.
         Na und, könnte man meinen, wenn es weiter nichts ist.

Das Vulkanmassiv Cumbre Vieja ist in den letzten rund 500 Jahren siebenmal durch Ausbrüche aufgefallen. Die zwei letzten sind vielen Palmeros noch in Erinnerung. 1949 brach der Vulkan San Juan mit drei verhältnismäßig weit voneinander entfernten Kratern aus, und 1971 der Teneguía mit gottlob nur einem Krater.

Die Auswertung der oben erwähnten Daten hingegen, die über kürzlich installierte hochempfindliche Meßgeräte gewonnen wurden, macht den Wissenschaftlern zu schaffen. Die Experten innerhalb des Umweltdezernats der Kanarischen Regierung messen dem diffusen Gasausstoß große Bedeutung beispielsweise für die Vorhersage von möglichen weiteren Vulkanausbrüchen auf der Insel bei.
         Man werde die zitierten Gase weiterhin scharf im Auge behalten und messen sowie die Resultate sorgfältig auswerten. Irgendwelche bedeutende Abweichungen der Gasmengen vom Mittel könnten schließlich auf demnächst zu erwartende vulkanische Aktivitäten hinweisen.

Dem widersprach der Geologe Telesforo Bravo, ein exzellenter Kenner der Materie. Er hatte seinerzeit auch hieb- und stichfest der Theorie des englischen Risikoforschers Simon Day entgegentreten können, der ein baldiges Abrutschen eines Teils von La Palma ins Meer vorhergesagt hatte, und nannte ihn öffentlich einen Ignoranten. Die erwähnten diffusen Gasemissionen gebe es seit Jahrhunderten auf der Insel, sagte Telesforo Bravo im Zusammenhang mit der scheinbar beunruhigenden Veröffentlichung, und in den Cañadas auf Teneriffa könne man sie auch beobachten.
         Zur Vorhersage von eventuellen Vulkanausbrüchen seien diese Messungen ganz und gar unbrauchbar.

Aus: Correo del Valle vom 01.06.2001

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