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Die Inselverwaltung hat mit der Universität La Laguna auf Teneriffa ein Abkommen geschlossen.
Demzufolge werden Wissenschaftler genau und eingehend das Verhalten der gewöhnlichen Eidechsen auf La Palma untersuchen mit besonderer Berück-sichtigung ihrer Relation zur Landwirtschaft.
Das Ganze kostet sechs Millionen Peseten, die von der Inselverwaltung zur Verfügung gestellt werden.
Die palmerischen Eidechsen unterscheiden sich besonders in ihrem Freßverhalten von denen in Deutschland, beispielsweise. Schon in der Schule hat man gelernt, daß diese Kriechtiere in der Regel Würmern, Raupen, Käfern und sonstigen Insekten nachstellen, um ihr Dasein zu fristen.
Die palmerischen Eidechsen weichen von dieser Schulweisheit ab, denn sie sind weitgehend Vegetarier. Mit besonderer Vorliebe für Jungpflanzen von Kohl und Salat machen sie dem Gemüsegärtner das Leben schwer. Deshalb hat man auf der Insel von jeher wirksame, wenn auch arbeitsaufwendige Maßnahmen gegen die gefräßigen Eidechsen angewendet.

Beliebt war das Aufstellen von kleinen Eimern in der Nähe von Stützmauern, in deren Natursteinstrukturen sich die Kriechtiere gewöhnlich aufhalten, wenn sie nicht gerade auf Futtersuche sind.
In den Eimern sorgte ein Köder in Form einer aufgeschnittenen Tomate oder einiger Bananenscheiben dafür, daß die Eidechsen, aus dem Schutz der Mauer kommend, in die Eimer sprangen und dann nicht mehr herauskamen.
Üblich war auch das Betteln im Laden um leere Schinkenbüchsen, die das Eimerkaufen ersparten. Wenn man gar nicht Solides zur Hand hatte, nahm man auch mit Plastiktüten vorlieb, die man an die Mauer hängte und mit einem Stöckchen spreizte. Letztere Methode verlangte jedoch eine pausenlose Kontrolle der Eidechsenfallen, denn die Tierchen fanden mit ihren Krallen jedes noch so kleines Löchlein in der Plastiktüte und rissen dieses dann mit Kraft so weit auf, daß sie ins Freie entweichen konnten.
Sparsame Leute massakrierten sodann die gefangenen Eidechsen und warfen sie den Legehennen vor, die sich riesig über die Abwechslung zum normalen Körnerfraß freuten.
In Weinbaugebieten mit Kriechreben ist es immer noch die Regel, die Trauben mit Stützstöckchen über den Boden zu halten. Unter anderen Gründen geschieht dies auch, um die vegetarischen palmerischen Eidechsen davon abzuhalten, sich an den Weinbeeren gütlich zu tun. Denn die schmecken ihnen wie jedem anderen gut und um so besser, je reifer sie sind. Außerdem wird Gift gegen die Kriechtiere ausgebracht mit dem Effekt, daß Katzen und Raubvögel nach dem Fressen der verendeten Eidechsen ebenfalls eingehen.
All dies ist auf La Palma wohlbekannt. Deshalb haben die Oppositionspolitiker, derzeit von den Sozialisten gestellt, heftigen Einspruch gegen die von der Inselregierung bezahlte Studie eingelegt. Es reiche, die älteren palmerischen Bauern zu dem Thema zu befragen.
Über die Eidechsen und ihr Verhalten in landwirtschaftlichen Kulturen könnten die ausgiebig Auskunft geben. Aber die Inselverwaltung besteht auf dem Vorhaben; auf den anderen Inseln seien schließlich auch schon Studien über die Eidechsen gemacht worden.
Aus: Correo del Valle vom 20.10.2000 |