Startseite La Palma Ferienhäuser / Immobilien La Palma, Kanarische Inseln - la isla bonita
... über 25 Jahre
Erfahrung auf der Insel!
Ferienhäuser und Immobilien auf La Palma: www.la-palma.deAlojamientos turísticos e inmuebles en la isla de La Palma: www.la-palma.netVacation homes, Real estate and property on the island of La Palma: www.la-palma.org.ukVakantiewoningen en Onroerendgoed op La Palma: www.lapalma.nl
Impressum www.la-palma.de
La Palma
INFO
ARTIKEL:
Allgemeines zur Insel

Flora & Fauna
Geologie & Vulkanismus
Observatorium
Umwelt
Wetter

Guanchen
Kultur & Fiestas
Medien
Menschen
Palmerische Küche

Gesundheit & Wellness
Sport & Freizeit
Tierschutz
Tourismus
Transport & Verkehr
Wandern

Bauen
Wasser
Wichtige Rufnummern
Wirtschaft
Nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Besuchen Sie uns in Los Llanos de Aridane (Westseite La Palma)!
  WWW.LA-PALMA.DE > LA PALMA INFO > Kultur & Fiestas > Das Mandelblütenfest
KULTUR & FIESTAS
Das Mandelblütenfest
Weil in Puntagorda die Mandelblüte besonders schön ist, gibt es seit 1977 jedes Jahr im Januar oder Februar ein Mandelblütenfest: "El Almendro en Flor" heißt es amtlich, zu deutsch "der Mandelbaum in Blüte".

Hier geht es zum offiziellen Programm vom Mandelblütenfest ...

Mandeln sind auf La Palma in jedermanns Mund.
Sie schmecken gut und das erkennen selbst Rohkostgegner an. Und wer gerade keine Mandeln kaut, kommt an dem Thema dennoch nicht vorbei.
         Viele tausend Mandelbäume gibt es auf der Insel, und wenn die blühen, gehen sogar die Herzen der ansonsten gegenüber Naturschönheiten scheinbar abgebrühten Palmeros über, denn es gibt kaum etwas ästhetisch Schöneres als La Palma zur Zeit der Mandelblüte.

Mandelbäume gab es noch nicht auf La Palma, als es erobert wurde. Aber mit der einsetzenden Besiedelung der Insel durch hauptsächlich Festlandspanier änderte sich das schnell.
Denn in Spanien war die ursprünglich aus Westasien stammende Mandel schon lange eingeführt. "Prunus amygdalus" nennen die Botaniker die Mandel und haben sie in die Rosengewächse eingereiht.
         Die Verwandtschaft mit anderen Steinobstgewächsen wie Pflaumen, Pfirsichen und Aprikosen ist unverkennbar. Auf La Palma gedeiht die Mandel besonders gut in den Mittellagen. An den Küsten ist es ihr allerdings tatsächlich zu trocken, und in den Höhenlagen zu kalt.

Das wurde schnell erkannt, so daß alle Mittellagen der Insel seit Jahrhunderten mit Mandelbäumen bepflanzt sind. Aus Spanien kam auch die Technik des Pfropfens. Mandeln säen sich zwar leicht von selbst aus, aber die Früchte solcher Bäume bleiben immer klein. Deshalb ist Pfropfen allgemein üblich, um größere Mandeln zu erhalten. Weil die Unterlage aus Mandel so anspruchslos an Bodenbeschaffenheit, Düngung und Wasserversorgung ist, ist es üblich, auch Pflaumen, Aprikosen oder Pfirsiche darauf zu propfen.
         Um kein Acker- oder Weideland opfern zu müssen, wurden Mandelbäume vielfach entlang der mit Natursteinmauern eingefaßten Wege gepflanzt, "caminos de herradura". Das waren solche Wege, die breit genug waren, daß Transporttiere, also Pferde, Maultiere und Maulesel, mit ihren rechts und links angehängten Lasten passieren konnten.
         Solche Tiere hatten Hufeisen (herraduras). Und im Schatten eines Mandelbaums konnte sich dann eben auch mal Herr und Tier ausruhen, wenn es angebracht schien.

Erst im 20. Jahrhundert, als der bis dahin vorherrschende Großgrundbesitz auf La Palma aufzuweichen begann, kam die Mandel in den Genuß, eine richtige Handelsware zu werden.
In den entstehenden bäuerlichen Kleinbetrieben bekam die Mandel einen festen Platz.
         Wo ein anderer, lukrativerer Anbau nicht möglich war, wurden Mandelbäume gepflanzt und das vielfach gemischt mit Futterpflanzen wie dem Tagasaste. Der ist robust genug, um die Nähe von Mandelbäumen zu ertragen, denn die neigen dazu, andere Pflanzen in ihrer Nähe nicht zuzulassen.

Die Mandelernte geschieht im Herbst und ist eine ziemliche Plackerei. Mit Stangen schlägt man in die Zweige der Bäume, auf daß die reifen Mandeln nach unten fallen. Den Boden unter den Bäumen hat man zuvor mit Netzen und Planen ausgelegt, von denen sodann die Früchte einzeln aufgelesen und in Säcke gefüllt werden.
         Selbst die arbeitsamsten Palmeros machten eine solche Arbeit nicht gern den ganzen Tag lang. An den Mandeln hängt dann noch ein Teil des dünnen Fruchtfleisches, das abgepuhlt werden muß. Sodann müssen sie geknackt werden.          Diese Arbeit war früher eine Art gesellschaftliches Ereignis. Mehrere Frauen trafen sich im Haus einer Nachbarin und knackten. Zu dem Zweck hatte jede einen flachen Stein auf dem Schoß; darauf kam die zu knackende Mandel, und mit einem kleineren Stein wurde die harte Schale entfernt. Alle Neuigkeiten, die es geben mochte sowie solche, die es noch gar nicht gab, machten dabei die Runde. Männer waren bei dieser Arbeit nicht zugelassen.

In Argual machte eine maschinenbestückte Mandelknackerei auf. Das ist das Backsteingebäude auf der rechten Seite an der Straße zwischen dem Stadtkern von Los Llanos und Argual.
         Man sieht, daß diese Anlage schon bessere Zeiten gesehen hat, und wer aus irgendeinem Grund ins Innere des Hauses gelangt, muß verblüfft feststellen, daß für die noch bestehenden Einrichtungen ein sehr großes Raumangebot besteht.
         Aber auch in für die Mandelkulturen besseren Zeiten mieden qualitätsbewußte Selbstversorger die Knackerei. Man bekommt nicht die eigenen Mandeln zurück, sondern von anderen erzeugte.

In Puntagorda waren die Mandelkulturen seit jeher ein wichtiger landwirtschaftlicher Zweig.
Vom Abflauen der Bereitschaft, sich mit dieser Kultur abzugeben, blieb jedoch auch diese Gemeinde nicht verschont. Deshalb wurde dort bereits vor 20 Jahren eine Kooperative zum Knacken und zur sonstigen Weiterverarbeitung der Mandeln gegründet. Und weil in Puntagorda die Mandelblüte besonders schön ist, gibt es seit 1977 jedes Jahr ein Mandelblütenfest. "El Almendro en Flor" heißt es amtlich, zu deutsch "der Mandelbaum in Blüte".

Das Fest hat kein determiniertes Datum. Je nach mittelfristiger Witterung wird es bereits im Januar abgehalten oder auch erst im Februar. In der Schule Eusebio Muñoz ist den ganzen Tag über eine Ausstellung aufgebaut mit alten Fotografien, typischen Schneider-, Stick- und Keramikarbeiten.
         Man schiesst auf Tontauben und es wird Fußball gespielt. Abends wird im Kulturhaus ein Konzert dargeboten und ab ca. 22 Uhr gibt es Tanz mit Orchestern.

Am Sonntag darauf ist ebenfalls volles Programm angesagt. Die oben erwähnte Ausstellung wird noch offen sein. Ab Mittag wird in Prosa und Poesie zu dem Ereignis gesprochen. Später spielen nacheinander mehrere Folkloregruppen.
         Unter anderen traten schon die Folklore-Schule und die Gruppe Tajadre von Santa Cruz de La Palma auf sowie die Arrieros von Los Llanos und zwei Gruppen von Gran Canaria auf. Gleichzeitig gibt es Tanz auf der Straße bei Cuatro Caminos.

Die ganze Zeit über schenken hübsche, in Trachten gewandete Mädchen den für Puntagorda typischen harzigen Tea-Wein aus und verteilen Mandeln und Mandelprodukte.
         Der Wein ist für diejenigen, die ihn nicht kennen, gewöhnungsbedürftig. Aber die Gewöhnung stellt sich erfahrungsgemäß schnell ein - spätestens nach dem dritten Becherchen.

Aus: Correo del Valle vom 26.01.2001/ Text aktualisiert: 2006

© Mantenimiento de CONTACTO S.L.