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BAUEN
Illegale Häuser werden abgerissen
Vor einigen Jahren forderte die Kanarische Regierung die Bürger auf, etwaige illegal errichtete Bauten zu melden und einen Legalisierungsprozess einzuleiten.
Dies sei die letzte Möglichkeit, Schwarzbauten auf gesetzliche Grundlagen zu stellen. Es meldeten sich in der Tat viele Schwarzbauherren, viel mehr, als man sich in der Regionalregierung gedacht hatte.

Etliche hatten allerdings geglaubt, die gesetzliche Aktion sei einer derer, wie sie früher schon veranstaltet worden waren: Eine Registrierung mit späterer Legalisierung ohne viele Auflagen und Einschränkungen, aber mit der Entrichtung der entsprechenden Gebühren an die Gemeindeverwaltungen und der Kosten an Architekten.
         Jedoch fand sich in der Verordnung auch sozusagen Kleingedrucktes, und darin konnte man lesen, daß nur solche Schwarzbauten im Nachhinein legalisierbar seien, die zum Zeitpunkt der Errichtung eine Genehmigung bekommen hätten, wäre denn von den Bauherren um eine solche nachgesucht worden.

Die sogenannte Verjährung, nach der ein einmal fünf Jahre stehendes Haus nicht mehr abgerissen wird, half vielen Bauherren nicht, zumal wenn sie fälschlich angegeben wurde.
         Seit Jahren läßt die Kanarische Regierung mehrmals im Jahr Luftaufnahmen machen, die jegliche über die Größe einer Hundehütte hinausgehende Konstruktion gestochen scharf wiedergeben.
         Unwahre Angaben bezüglich des Baudatums lassen sich damit schnell entlarven.

Alle abgelehnten Anträge auf nachträgliche Legalisierung illegaler Bauten - besonders solcher, die sich in Naturschutzgebieten sowie in Küstenzonen und auf öffentlichem Grund befinden - wurden den Bauherren mitgeteilt mit der Aufforderung, die Häuser einzureißen.
         Die wenigsten kamen dem nach, und deshalb hat die Kanarische Regierung begonnen, Zwangsdemolierungen vorzunehmen. Die bislang eingerissenen Häuser sind sämtlich solche, die bereits einen Einspruch gegen die Abrißverfügung vor dem Obersten Kanarischen Gerichtshof verloren haben.
         Aber die Regionalregierung hat angekündigt, daß sie auch solche illegalen Bauten einreißen lassen wird, bei denen kein Einspruch eingelegt worden ist.

Dagegen gibt es Protest, Manche Juristen sind der Meinung, daß ein Abriß erst nach einem in einem Prozeß erzielten richterlichen Urteil erfolgen dürfe. Dieser Linie folgen auch einige kanarische Gemeindeverwaltungen, vorneweg die von La Oliva auf Fuerteventura.
         Dort hegt man große Pläne mit bis zu 130.000 neuen Touristenbetten, und in der Vergangenheit war man mit Baugenehmigungen in La Oliva sehr großzügig.

Allein auf Teneriffa sind 575 illegale Bauten von der Abrißbirne bedroht, auf La Palma immerhin noch 451. Ein Einspruch vor dem Obersten Kanarischen Gerichtshof indes kann zwar einen Aufschub des Abrisses verzögern - um vier bis fünf Jahre - ihn aber nicht in allen Fällen verhindern.
         Das betonte die Kanarische Regierung im Zusammenhang mit dem Thema.

Aus: Correo del Valle vom 07.09.2001

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