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Einer der besten Plätze für Blicke in die Tiefen des Universums ist demnächst der 2400 Meter hohe Berggipfel des Roque de los Muchachos auf der Kanareninsel La Palma.
Dort hat am Wochenende der spanische Kronprinz Felipe den Startschuss für den Probebetrieb des Gran Telescopio Canarias, kurz Grantecan, gegeben. Dann fiel das erste Licht aus dem All auf den gewaltigen Sammelspiegel, der nach seiner entgültigen Fertigstellung mit einem Durchmesser von 10,4 Metern zu den drei größten Reflektoren der Welt zählen wird.
Die Planungen der 179 Millionen Euro teuren Sternwarte begannen vor 20 Jahren, der Bau beanspruchte sieben Jahre und die Arbeitskraft von etwa tausend Menschen. Bei der Konstruktion profitierten die Astronomen des Instituto de Astrofísica de Canarias von den Erfahrungen anderer Großteleskope.
So ist der große Spiegel nicht aus einem Stück gefertigt, sondern setzt sich, wie der Reflektor des Keck-Observatoriums auf Hawaii, aus 36 sechseckigen Segmenten zusammen. Bisher sind allerdings erst zwölf davon montiert. Jeder Teilspiegel wird auf der Rückseite von mehreren Stellelementen exakt ausgerichtet.

Größtes Spiegelteleskop der Welt, Foto: dpa
Vom Hauptspiegel gelangt das Sternenlicht über zwei Umlenkspiegel auf die Brennebene, wo demnächst vier Kameras und Spektrographen eingebaut werden.
In den kommenden Monaten wird das neue Großobservatorium gründlich getestet. Zu den innovativen Techniken gehört eine adaptive Optik, die es ermöglicht, das vom Flimmern der Atmosphäre erzeugte Flackern der Sterne während der Beobachtung zu korrigieren.
Der Spiegel wird dazu leicht verzerrt, um das Bild zu schärfen.
Wenn das Grantecan im Frühjahr nächsten Jahres den Routinebetrieb aufnimmt, wird es zudem über ein ausgefeiltes Beobachtungsmanagement verfügen. Ein Computer analysiert die aktuellen Wetterbedingungen und entscheidet dann, welches der vorgesehenen Beobachtungsobjekte gerade mit welchem Instrument am besten zu studieren ist.
Zu der Einweihungszeremonie des Grantecan war auch Brian May, Gitarrist der Rockband Queen, eingeladen. May hatte auf den Kanaren an seiner Doktorarbeit in Astrophysik gearbeitet, bevor er sich für die vermutlich erfolgreichere, auf jeden Fall aber einträglichere Karriere als Musiker entschied.
Aus: Jetzt.de / Süddeutsche Zeitung / 16.07.2007 |